Offizier will ein Buch schreiben
Irak-Oberbefehlshaber Franks will in den Ruhestand

Der Oberbefehlshaber der alliierten Truppen im Irak, Tommy Franks, tritt im Sommer in den Ruhestand. Der 57 Jahre alte General hat das Angebot abgelehnt, Stabschef der US-Armee zu werden.

HB/dpa WASHINGTON. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bestätigte am Donnerstagabend in Washington, dass Franks sich aus dem aktiven Dienst zurückzieht. Nach Informationen der Fernsehgesellschaft NBC will der hohe Offizier stattdessen ein Buch schreiben und Reden halten.

Franks ist seit Juli 2000 Chef des US-Zentralkommandos in Florida, das für insgesamt 25 Staaten unter Einschluss der Golfregion zuständig ist. Er hat auch den Afghanistan-Feldzug kommandiert. Seine dreijährige Amtszeit endet im Juli. Er ist von Präsident George W. Bush und Pentagonchef Rumsfeld für seine Arbeit hoch gelobt worden. Am Donnerstag erklärte Rumsfeld, Franks habe seinem Land mit Auszeichnung gedient.

Der am 17. Juni 1945 in Oklahoma geborene Franks wuchs in Midland im Bundesstaat Texas auf. Das ist auch die Heimatstadt von Präsident Bush. Nach dem Studium an einer örtlichen kleinen Universität trat Franks in die Armee ein und wurde nach Vietnam geschickt. Drei Mal erhielt er dort das "Purpurne Herz", die Tapferkeitsauszeichnung für Verwundete. Nach Vietnam studierte Franks Betriebswirtschaft und ging zu den US-Panzertruppen. Er kämpfte 1991 im Golfkrieg.

Franks ist nicht unumstritten. Ihm wurde in diesem Jahr Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er seine Frau an vertraulichen Beratungen teilnehmen ließ. Dies sei unbeabsichtigt geschehen und keine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA gewesen, teilte das Pentagon aber mit. Auch vom Vorwurf, er habe seine Frau von Soldaten bewachen und für sie Besorgungen machen lassen, wurde Franks entlastet.

Kürzlich hatten Iraker und Jordanier den General in Belgien wegen angeblicher Kriegsverbrechen im Irak verklagt. Die Regierung in Brüssel, die den Krieg entschieden ablehnte, will die Klage an die Justiz der USA weiterleiten. In Belgien ist es möglich, unter Berufung auf das so genannte Völkermordgesetz, Klagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzureichen, unabhängig davon, wo sie sich weltweit ereignet haben.

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