Offshore-Boom erwartet
Politischer Rückenwind bringt Windenergie auf Wachstumskurs

Die Windenergie gehört zu den wenigen Wachstumsbranchen in Deutschland. Politischer Rückenwind vor allem von rot-grünen Bundes- und Landesregierungen hat dazu geführt, dass die Bundesrepublik gemeinsam mit den USA und Spanien zu den drei größten Windkraft-Erzeugern weltweit gehört.

dpa HAMBURG. Allein in Schleswig- Holstein und Niedersachsen stehen mehr als 5000 Windkraftwerke. "Das Wachstum der Branche wird sich fortsetzen", sagte Thorsten Herdan vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dabei setzen die Hersteller der Anlagen und die Projektentwickler auf zwei große Trends: Zum einen sind mehr als 40 große Windparks vor der Küste in Nord- und Ostsee geplant. Diese Projekte werden allein aus finanziellen Gründen nicht alle realisiert werden, weil dazu hohe Milliardenbeträge notwendig sind. Neben den finanziellen sind auch noch schwierige technische und politische Fragen zu lösen, so dass kein einziges dieser Projekte vor der Verwirklichung steht. Nach einer Studie des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wird der Boom der Offshore-Anlagen erst 2010 einsetzen, dann jedoch mit Macht.

Doch schon vor dem großen Offshore-Boom gilt es, viele kleine Windkraft-Anlagen durch modernere, größere Windräder zu ersetzen. Deutsche Firmen wie die Nordex AG, die AN Windenergie GmbH oder die DeWind AG präsentieren auf der Messe Windräder mit einer Leistung von mehr als zwei Megawatt und damit doppelt bis drei mal so viel wie bei älteren Anlagen. Den größten Prototypen präsentiert die NEG Micon Deutschland GmbH, Tochter eines dänischen Unternehmens, mit einer Nennleistung von 2,75 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 92 Metern. Den größten Schub erwartet sich die Branche aber von dem wachsenden Exportgeschäft, weil Windenergie auch für Schwellenländer wie Indien und China interessant wird.

Nach der DEWI-Studie wird sich bis zum Jahr 2010 die weltweit installierte Leistung von derzeit 25 000 auf 120 000 Megawatt erhöhen. Außer der Stromerzeugung kommt Windenergie auch für andere Anwendungen in Frage, etwa für die Wasserentsalzung oder zur Erzeugung von Wasserstoff. Experten wie Herdan rechnen damit, dass sich das Wachstum auch bei den Arbeitsplätzen in Deutschland niederschlägt: "Im nächsten Jahr wird es 3000 neue Jobs in der Branche geben." Gegenwärtig arbeiten rund 35 000 Beschäftigte in Firmen der Branche. Die Hamburger Fachmesse mit ihren knapp 240 Ausstellern wird zum ersten Mal abgehalten und soll bis zu 20 000 Besucher anziehen. Bei Erfolg soll sich die WindEnergy als internationaler Treffpunkt etablieren und alle zwei Jahre in Hamburg stattfinden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%