Ohne Einigung bleibt nur die Abwicklung
Countdown für Kinowelt

An diesem Freitag entscheidet sich das Schicksal des zusammengebrochenen Konzerns. Bei einem Treffen der Banken werden abschließend die Übernahmekonzepte präsentiert. Unter anderem melden die Gründer Interesse an.

Reuters MÜNCHEN. Die Medienunternehmer Michael und Rainer Kölmel wollen ihr früheres und inzwischen insolventes Unternehmen Kinowelt Medien AG wieder übernehmen. Zusammen mit dem Münchener Filmfinanzierer Openpictures AG wollten die beiden ehemaligen Kinowelt-Vorstände für die verbliebenen Teile des Filmverleihers bieten und auch die Börsennotiz des Unternehmens beibehalten, teilte Openpictures am Donnerstag mit.

Kinowelt-Insolvenzverwalter Wolfgang Ott teilte mit, die Gläubiger sollten noch am Freitag über die Übernahmeangebote der Kölmels und einer Investorengruppe unter der Führung der derzeitigen Kinowelt-Geschäftsführer Marcus Schöfer und Jerry Payne entscheiden. Bisher gebe es keine Initiative, ein so genanntes Insolvenzplanverfahren einzuleiten, was für eine Beibehaltung der Börsennotierung notwendig wäre.

Kinowelt war unter der Führung der Brüder Kölmel, die die Verantwortung mittlerweile an den Insolvenzverwalter abgegeben haben, wegen teurer Filmeinkäufe in die Krise geraten. Nun wollen sie das Unternehmen zusammen mit Openpictures zu einem Produzenten hochwertiger Filmprojekte machen und die Filmrechte gemeinsam verwerten.

Die Gläubigerbanken ABN Amro, BHF Bank und HypoVereinsbank hätten Ott bereits ermächtigt, das Angebot der Investorengruppe anzunehmen, teilte Kinowelt mit. Die Verhandlungen mit Schöfer und Payne seien abgeschlossen und unterschriftsreif. Am Freitag können die beiden Bieter ihre Übernahmekonzepte aber nochmals präsentieren.

In Gläubigerkreisen hieß es, beide Angebote würden ernsthaft geprüft. "Das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen." Die Gläubiger müssten am Freitag auf jeden Fall eine definitive Entscheidung treffen, erklärte Kinowelt. "Sollte dies nicht gelingen, so muss Dr. Ott den Geschäftsbetrieb der Kinowelt in den nächsten Tagen schließen und abwickeln." Wie das Unternehmen weiter erklärte, erteilten die Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen dem Jahresabschluss 2001 kein ordentliches Testat, sondern ein so genanntes Versagungstestat.

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