Ohne Freisprecheinbrichtung wird es teurer
Risikofaktor Handy am Ohr

Mobilität war eines der großen Themen der Cebit - allen voran Handys und Zubehör. Und nicht nur in der Messestadt sah man weiter zahlreiche Menschen, die ihr Fahrzeug mit dem Telefon am Ohr lenkten. Das wird jetzt jedoch richtig teuer.

HB HAMBURG. "Hallo Schatz, ich sitze schon im Auto, ich bin gerade losgefahren...". Solch ein kurzer Anruf mit dem Handy kann vom 1. April an 40 ? kosten. Bund und Länder haben sich auf härtere Strafen für Verkehrssünder verständigt. Und wer künftig mit dem Handy am Ohr beim Autofahren erwischt wird, muss die 40 ? zahlen. Das sind 10 ? mehr als bisher. Dazu gibt es noch einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Mehr Sicherheit auf den Straßen ist das Ziel der verschärften Regelungen, die unter anderem auch die Gurtpflicht in Reisebussen vorsehen. Deren Wirksamkeit wird von Fachleuten allerdings bezweifelt.

"Ein großer Teil der Unfälle entsteht durch Fehlverhalten im Straßenverkehr. Und wir erhoffen uns von der Erhöhung der Sanktionen weniger Fehlverhalten", sagt eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Höhere Bußgelder und Punkte in Flensburg - das hält der Automobilclub ADAC nicht für den richtigen Weg. "Höhere Strafen werden das Problem nicht lösen", glaubt der für Recht zuständige ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. "Wenn es nicht überwacht wird, hält sich keiner dran. Die Überwachung ist mit einem derartigen Aufwand verbunden, so viel Zeit und Personal hat die Polizei gar nicht".

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden gab es 2003 bundesweit rund 2,25 Mill. Unfälle mit 6606 Toten. Wie oft dabei das Telefonieren mit einem Handy Ursache für einen Unfall war, ist nicht bekannt. Kritisch werde es vor allem, wenn ein Autofahrer während der Fahrt eine Telefonnummer ins Handy eintippt, erklärt der Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Johannes Hübner. Auch ADAC - Sprecher Maurer warnt: "Der Fahrer ist dann einfach mehrmals kurz abgelenkt. Und wenn er auf der Autobahn nur eine Sekunde lang nicht auf die Fahrbahn schaut, hat er schon eine erhebliche Strecke zurückgelegt".

Auch andere Geräte wie Navigationssysteme und Radios, auf deren Displays Texte angezeigt werden können, sorgen immer häufiger für Ablenkung. "Natürlich können sich Autofahrer ablenken lassen", sagt Maurer. "Wenn man es aber durchdenkt, dann müsste eigentlich in jedes Auto so ein Schild mit "Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen" geklebt werden, wie in Omnibussen."

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