Ohne Partner-Airlines können Schweizer ihr Streckennetz nicht ausreichend füllen
Swiss Air will Verluste in Grenzen halten

Die neue Schweizer Fluggesellschaft Swiss Air Lines Ltd. könnte im ersten Jahr weit besser abschneiden als geplant. "Wir haben gute Chancen, deutlich unter einer Milliarde Franken Verlust abzuschließen", sagte Crossair-Vorstandschef André Dosé am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

ebe BERLIN. Das Geschäftsmodell des Swissair-Nachfolgers sieht für das erste Jahr horrende Anlaufverluste in Höhe von 1,1 Mrd. sfr vor. Innerhalb von 18 bis 30 Monaten soll Swiss dann profitabel fliegen können.

Die Auslastungszahlen der insolventen Swissair, die bis zum 31. März unter Gläubigerschutz weiterfliegt, veranlassen Dosé zu den optimistischen Prognosen: Von anfänglich 18 bis 20 % direkt nach der Swissair-Pleite sei die Auslastung im Langstreckenverkehr inzwischen wieder auf rund 85 % gestiegen, erklärte Dosé. Im Europa-Verkehr liege man aktuell zwischen 55 und 60 %. Konkurrent Lufthansa entgegnet, die Zahlen der Swissair seien zumindest auf dem deutschen Markt "desaströs schwach". Auf den Langstrecken würde sie sich Marktanteile zudem nur über "staatlich geförderte Dumpingpreise" zurückholen.

Das Projekt Swiss ist in der gesamten Luftfahrtbranche heftig umstritten, weil die Schweizer Regierung dem Swissair-Nachfolger mit einer Milliardenspritze auf die Beine half. Crossair ist zum Start der neuen Marke Swiss mit einem Eigenkapital von 2,7 Mrd. sfr komfortabel ausgestattet. Der Bund ist mit einer Beteiligung von 600 Mill. sfr. größter Einzelaktionär. Für einen reibungslosen Übergang von Swissair auf Swiss gibt es indes noch immer kein grünes Licht: Die Vertretung der Crossair-Piloten, CCP, wollte bisher dem vorgelegten Tarifvertrag nicht zustimmen und hat sogar mit Streik gedroht, weil sie unterschiedliche Anstellungsbedingungen im Kurz- und Mittelstreckenbereich nicht akzeptiert.

Die Integration zweier grundverschiedener Fluggesellschaften in ein neues Unternehmen galt von Beginn an als schwierigste Aufgabe des neuen Managements. Dosé glaubt fest daran, dass eine Einigung mit den Piloten noch in dieser Woche erfolgen wird. Allerdings kämen "derzeit fast jeden Tag neue Probleme, die man lösen muss."

Offen ist noch die wichtige Allianzfrage, denn ohne Partner-Airlines kann Swiss sein weltweites Streckennetz nicht ausreichend mit Passagieren füllen. Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass Swiss bis Ostern allenfalls eine Partnerschaft mit einer US-Airline bekannt geben kann: "Zwei Verträge liegen unterschriftsreif auf dem Tisch", sagte Dosé. In Branchenkreisen heißt es, Delta Airlines sei an einer Zusammenarbeit mit Swiss interessiert. Die großen Allianzen (Star Alliance, Oneworld) zeigen allerdings wenig Interesse.

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