"Ohne Träume erreicht man nichts"
Deutschlands Basketballer träumen von Bronze

Das deutsche Team trifft in der der WM-Zwischenrunde auf Neuseeland, Argentinien und Russland

liw INDIANAPOLIS. Die Korbjäger machten eine Verbeugung vor ihren rund hundert Fans im Conseco Fieldhouse. Mit Fahnen, Plakaten und Applaus hatten sie die deutsche Basketball-Nationalmannschaft im ersten Akt der WM-Mission unterstützt.

Drei Spiele - zwei Siege. Zum Abschluss der Vorrunde feierte das DBB-Team den erwartet deutlichen 102:70 (60:24)-Erfolg über Algerien, ohne sich dabei zu verausgaben. Alle zwölf Spieler des Kaders kamen zum Einsatz. Und alle punkteten. "Ich bin sehr zufrieden, das Team macht konstante Fortschritte", freute sich Bundestrainer Henrik Dettmann, dessen Riesen in der Zwischenrunde heute Nacht auf Neuseeland treffen. Morgen Nacht spielen sie gegen Argentinien und in der Nacht zum Donnerstag gegen Russland (jeweils 0.30 Uhr). Weil sich die jeweils ersten Vier der beiden Zwischenrunden-Gruppen für die nächste Runde qualifizieren, reicht Deutschland unter Umständen schon ein Sieg für das Viertelfinale. Ohne Verlustpunkte blieben Spanien, Brasilien, Argentinien und die USA.

Nun folgt die Kür nach einer erfolgreichen Pflicht. "Wir haben unser erstes Ziel erreicht, in der Vorrunde zwei Siege zu landen. Darauf kann man aufbauen", sagte Superstar Dirk Nowitzki, der gegen die schwachen Algerier 24 Punkte erzielte, aber nur 27 Minuten spielte. Im besseren Trainingsspiel war es wichtig für die deutschen Leistungsträger, nach zwei schweren Begegnungen Kräfte zu sparen. Nach dem Auftaktsieg gegen China (88:76) hatte sich Deutschland im zweiten Gruppenspiel mit 87:104 gegen die USA achtbar aus der Affäre gezogen. Gegen die verwundbaren US-Boys, die wohlweislich auf das Qualitätssiegel "Dream Team" verzichtet hatten, lag sogar eine Sensation in der Luft. Kurz vor Ende des dritten Viertels lagen die Deutschen mit 67:65 in Führung. Zeit zum Träumen. "Wir haben das ganze Spiel über gefühlt", meinte Nowitzki, "dass wir sie schlagen können". Doch dann ließ die Konzentration nach und die Fehlerquote nahm zu. Auf der Gegenseite legte der von Paul Pierce (Boston Celtics) angetriebene Turnierfavorit einen Gang zu und verschärfte die Defensive. Dennoch hat die deutsche Mannschaft enorm an Wertschätzung und Selbstvertrauen gewonnen. "Unsere nächsten drei Gegner sind zwar harte Brocken, aber wir haben gegen alle eine Chance", meinte Nowitzki, der bislang die anderen NBA-Stars bei den Titelkämpfen in den Schatten stellte.

Doch mit einer "Ein-Mann-Show" allein kann Deutschland das Viertelfinale wohl nicht erreichen. "Wir waren in der Defensive gut, müssen uns aber noch steigern", weiß Bundestrainer Dettmann. Daher ist für Nowitzki zum Beispiel eine Finalteilnahme noch "ein absurder Gedanke", wenngleich das kleine Finale durchaus in den Köpfen der Spieler herumspukt. "Ich träume gern, ohne Träume erreicht man nichts", erklärte Ademola Okulaja. Er träumt von Bronze.

Ein Platz auf dem Siegerpodest - dann würden sich die deutschen Anhänger ganz sicher vor den Basketballern verneigen.

Quelle: Handelsblatt

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