Ohne Uno geht nichts
Arabische Liga gegen US-Angriff auf Irak

Die Arabische Liga hat sich gegen einen Angriff der USA auf Irak ausgesprochen. Stattdessen wollten sich die arabischen Staaten darum bemühen, dass die Regierung in Bagdad die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (Uno) zurückkehren lasse, sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, am Dienstag in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.

Reuters RABAT. Der iranische Präsident Mohammad Chatami deutete an, dass er einen US-Angriff auf Irak für kontraproduktiv halte. Die Mehrheit der US-Bürger befürwortet dagegen einer Umfrage zufolge eine Militäraktion zum Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, solange die USA bei einem Angriff von ihren Verbündeten unterstützt werden.

US-Präsident George W. Bush hatte erklärt, Saddam mit allen Mitteln stürzen zu wollen und ihm vorgeworfen, nach Massenvernichtungswaffen zu streben.

Jeder Militäreinsatz ohne Zustimmung der Uno habe negative Folgen für die Stabilität der Welt, sagte Mussa bei einem Privatbesuch in Rabat. "Die arabischen Staaten sind einmütig dafür, einen möglichen US-Militärschlag gegen Irak nicht zu unterstützen", sagte er der staatlichen marokkanischen Nachrichtenagentur MAP. "Nur eine Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren kann die USA-Irak-Krise lösen...Die arabischen Staaten arbeiten daran." Irak gehört zu den 21 Mitgliedern der Liga. 1991 hatten einige arabische Staaten eine von den USA geführte internationale Allianz unterstützt, die irakische Invasionstruppen aus Kuwait vertrieb.

Chatami: US-Angriff wäre kontraproduktiv

Chatami ging bei seinem Besuch in Afghanistan nicht direkt auf Spekulationen über einen US-Angriff gegen Irak ein. Er deutete allerdings an, dass er einen solchen Einsatz für kontraproduktiv halte. "Diejenigen, die mehr Macht haben, besitzen mehr Verantwortung, um Frieden in der Welt zu schaffen", sagte Chatami. "Wir hoffen für Amerika und die Welt auf einen Wechsel in der amerikanischen Politik." Iran fürchtet, dass ein Militärschlag gegen seinen Nachbarn einen Präzedenzfall schaffen könnte und die USA dann auch einen Sturz der Regierung in Teheran fordern könnten. Bush hatte Iran, Irak und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet und den Staaten vorgeworfen, den internationalen Terrorismus zu fördern und den Besitz von Massenvernichtungswaffen anzustreben.

In den USA gaben 69 % der Teilnehmer einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Zeitung "Washington Post" und des Senders ABC an, für einen Militärschlag gegen Irak zu sein. Weniger als die Hälfte der Befragten sprach sich jedoch für einen Angriff aus, wenn die USA im Alleingang gegen Irak vorgingen. Eine Invasion mit Bodentruppen hielten 57 % der Befragten für richtig.

Die USA und die Uno fordern die bedingungslose Fortsetzung der seit 1998 unterbrochenen Waffeninspektionen in Irak. Die Rückkehr der UNO-Inspektoren ist eine entscheidende Bedingung für die Aufhebung der Sanktionen, die die Uno nach der irakischen Invasion in Kuwait 1990 gegen Irak verhängt hatte. Irak hält eine Rückkehr der Inspektoren für unnötig und betrachtet die Kontrollen als abgeschlossen.

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