Ohrfeige für die USA
Koka-Bauern-Führer landet auf Platz zwei

Der bolivianische Bauernführer Evo Morales ist bei der Stimmenauszählung nach den Präsidentenwahlen in Bolivien auf den zweiten Platz vorgerückt. Wie die nationale Wahlbehörde am Montag (Ortszeit) mitteilte, kam der umstrittene Wortführer der Koka-Pflanzer nach Auszählung von 99,78 % der Stimmen auf einen Anteil von 20,94 % und überholte damit den Kandidaten der Neuen Republikanischen Kraft (NFR), Manfred Reyes Morales, der 20,91 % erreichte.

HB/dpa LA PAZ. Auf Platz eins liegt der frühere Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada, Kandidat der Nationalen Revolutionären Bewegung (MNR) mit 22,46 %.

Da kein Kandidat bei den am 30. Juni abgehaltenen Wahlen die absolute Mehrheit erzielt hat, muss der bolivianische Kongress am 4. August einen der beiden Erstplatzierten zum Präsidenten wählen. Ein Sieg Morales', Kandidat der Bewegung zum Sozialismus (MAS), wäre eine Schlappe für die Antidrogenpolitik der USA. Washington hatte in den vergangenen Jahren die Andenländer massiv gedrängt, den Koka-Anbau zu bekämpfen. In Bolivien schrumpften die Anbauflächen nach offiziellen Angaben von 50 000 Hektar auf 12 000 Hektar. Die Folge waren massive Bauernproteste unter Führung des Aymara-Indios Morales. Zu Jahresbeginn gabe es bei Straßenblockaden der so genannten "Cocaleros" acht Tote und viele Verletzte.

Kommentatoren in Bolivien gehen davon aus, dass Sánchez de Lozada die Wahl im Kongress gewinnt. Ihn würde voraussichtlich die Bewegung der Revolutionären Linken (MIR) des Ex-Präsidenten Jaime Paza Zamora stützen, der bei den Präsidentenwahlen mit 16,31 % auf dem vierten Platz landete.

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