Oktoberzahlen
Erzeuger- und Außenhandelspreise gestiegen

Im Oktober haben in Deutschland sowohl die Produzenten- als auch die Außenhandelspreise stärker als erwartet angezogen. Dies könnte auf einen Anstieg der deutschen Inflationsrate zum Jahresende hindeuten.

Reuters FRANKFURT. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen von September auf Oktober um 0,3 %, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Zum Vorjahr stiegen die Erzeugerpreise ebenfalls um 0,3 % nach einem Minus von 0,9 % im September. Erstmals seit Juli 2001 musste die deutsche Wirtschaft im Oktober außerdem mehr für die Einfuhr von Waren aus dem Ausland ausgeben.

Im Laufe des Tages werden Verbraucherpreisdaten aus vier Bundesländern für November erwartet. Auf Basis der Daten aus sechs Ländern errechnet das Statistische Bundesamt die vorläufige deutsche Inflationsrate. Hier erwarten Volkswirte wegen gesunkener Energiepreise einen Rückgang auf 1,1 %. Am Freitag hatten Nordrhein-Westfalen und Hessen jeweils einen Rückgang um 0,4 % zum Oktober gemeldet. Vor diesen Daten hatten Volkswirte für die vorläufigen Zahlen eine Rate von 1,3 % erwartet.

"Für die spürbare Erholung der Jahresveränderungsrate ist im Wesentlichen ein statistischer Basiseffekt verantwortlich", hieß es in der Mitteilung zu den Erzeugerpreisen. Der starke Rückgang von September auf Oktober im vergangenen Jahr werde im Jahresvergleich nicht mehr wirksam. Ohne Energie waren die Erzeugerpreise im Oktober 0,5 % höher als vor einem Jahr. Von Reuters befragte Analysten hatten für die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat im Schnitt mit einem leichten Rückgang vom 0,1 % gerechnet. Zum Vorjahr hatten sie einen unveränderten Wert prognostiziert.

Die Importpreise seien im Oktober zum Vorjahr um 0,2 % gestiegen nach minus 1,4 % im September, teilte das Statistikamt darüber hinaus mit. In der gleichen Zeit hätten die Exportpreise um 0,5 % nach plus 0,2 % im September zugenommen. Von September auf Oktober blieben die Preise sowohl für Importe als auch für Exporte unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Einfuhrpreise ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse um 1,1 %.

Volkswirtin Ulla Kochwasser von der Mizuho Corporate Bank sagte: "Die Daten waren höher als erwartet. Ich hätte gedacht, dass sich der jüngste Rückgang der Ölpreise in den Zahlen widergespiegelt hätte." Die Entwicklung der Inflation hänge in nächster Zukunft von den Ölpreisen ab. Im Oktober verteuerte sich im Jahresvergleich die Einfuhr von Rohöl um 17,5 % und die von Mineralölerzeugnisse um 12,7 % - darunter Motorenbenzin mit plus 22,4 %.

Die Erzeugerpreise für Energie lagen den Angaben zufolge 0,9 % unter dem Niveau vom Oktober 2001. Dabei verbilligten sich Kohle um 9,9 % und Erdgas um 9,6 %, während die Preise für die übrigen Energieträger anzogen. So kosteten Kraftstoffe 7,5 % mehr - darunter Benzin mit einem Anstieg von 9,7 % und Diesel mit plus 4,5 %. Die Preise für leichtes Heizöl kletterten um 2,9 %, die für schweres Heizöl um 35 %.

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