Oldenburger Tierpsychologe Norbert Adler ist auf Papageien spezialisiert
Wenn verstörte Vögel auf die Couch müssen

Norbert Adlers Spezialität sind Rupfer, Schreier und Federfresser. Mit ihrer Seelenpflege verdient er sein Geld. Der Oldenburger Tierpsychologe behandelt überwiegend Papageien. "Die Verhaltensstörungen vieler Papageien sind eine Folge der falschen und verheerenden Einzelhaltung", beklagt er. Die Vögel sind extrem gesellig, viele Besitzer haben aus Platz- und Geldgründen aber nur ein Exemplar. Das treibt die Tiere auf die Couch.

ddp OLDENBURG. "Papageien bauen zu ihren Besitzern eine Liebesbeziehung auf", sagt Adler. Diese könnten die Menschen dann jedoch kaum einhalten, denn die Vögel seien extrem besitzergreifend. Der Tierpsychologe weiß, wovon er spricht. Sein Kakadu Line ist sein schwierigster Patient. Ihr Problem: Krankhafte Eifersucht. Adler kann keinen Schritt ohne die weiße Vogeldame machen. Dagegen soll nun eine Verpaarung helfen. Der Oldenburger hat in Regensburg einen Kakadu-Hahn ausfindig gemacht, der um Lines Hand anhalten soll. "Charakterlich" würden beide gut zusammenpassen, sagt Adler.

Den meisten Patienten Adlers ist schon mit einem Vogel fürs Leben geholfen. Seine Praxis "Tier und Mensch", die "wegen der beruhigenden Wirkung auf Tiere" mit vielen Palmen ausgeschmückt ist, ist daher auch eine Art Partnervermittlung. Zusammen mit seinem Kollegen Roland Wetzel hilft er den Tierhaltern bei der Suche nach dem oder der Richtigen. Eine nicht zu unterschätzende Arbeit: "Wenn sich zwei Papageien nicht leiden können, gibt es Tote", sagt Adler. Richtig sauer ist der Experte auf Tierhandlungen. "Viele verkaufen Papageien ohne Beratung und Aufklärung über eine artgerechte Haltung", sagt er.

Der Hamster, der sich ständig im Kreis dreht

Doch nicht nur Vögel landen in Adlers Praxis. Zu seinen Patienten zählt auch eine Katze, die Magen- und Darmbeschwerden hat, nur weil sie nicht in Herrchens Bett darf. Und ein Hamster, der sich ständig im Kreis dreht, weil er in einem zu engen Käfig lebt. Auch Hunden, Affen, Leguanen, Krokodilen und Eulen hat Adler schon geholfen. Sie alle sind im Prinzip kerngesund, leiden aber unter einer falschen Haltung oder ihren Besitzern.

"Die meisten Menschen übertragen ihre Probleme auf die Tiere», sagt der Fachmann, der daher «meist auch Menschen" behandelt. Arbeitslosigkeit oder eine Beziehungskrise des Halters schlügen auf die empfindliche Tierseele. "Tiere können menschliche Gedanken lesen", glaubt Adler.

Zu seinem Job ist Adler durch seine ausgeprägte Tierliebe gekommen. Schon mit drei Jahren hatte er ein Aquarium, mit acht Jahren mehrere Sittiche. Heute hat er neben Kakadu Line noch einen Schäferhund und einen Dobermann. Sein Wissen über exotische Tiere hat Adler von mehrmonatigen Reisen durch Kenia, Sri Lanka, Russland und die USA mitgebracht. Bevor er eine Heimtierberatung aufmachte, hatte er eine Zoohandlung in Frankfurt. Eine einzelne Beratung bei dem Tierexperten kostet 35 Euro. Ein so genanntes Betreuungspaket gilt für ein Jahr und kostet zwischen 75 und 125 Euro.

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