OLG-Entscheidung verzögert sich
Eon muss weiter um Fusion mit Ruhrgas bangen

Die seit Wochen erwartete Entscheidung des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes (OLG) zur Einstweiligen Verfügung im Fall der Eon/Ruhrgas-Fusion verzögert sich weiter.

Reuters DÜSSELDORF. Eine Sprecherin des Gerichts sagte am Donnerstag auf Anfrage von Reuters, vor Dienstag kommender Woche werde es keine Entscheidung des Kartellsenats geben. In den vergangenen Tagen hatte das Gericht noch einen Entscheid für Ende dieser Woche in Aussicht gestellt.

Das OLG hatte den Vollzug der Fusion des Düsseldorfer Energieriesen Eon mit dem größten Gasimporteur in Deutschland auf Betreiben zahlreicher Konkurrenten, die eine Monopolstellung der beiden Unternehmen im deutschen Gas-Markt fürchten, per Einstweiliger Verfügung gestoppt. Damit hatte das Gericht die Ministererlaubnis durch das Bundeswirtschaftsministerium vorläufig außer Kraft gesetzt.

Der Entscheid, den Vollzugsstopp entweder zu bestätigen oder aufzuheben, könnte weit reichende Folgen für Transaktionen haben, die mit der vereinbarten Fusion verbunden sind. Akut gefährdet wäre bei einer ablehnenden Entscheidung des Gerichts vor allem die geplante Übernahme des noch mehrheitlich zu Eon gehörenden Spezialchemiekonzerns Degussa durch das Technologieunternehmen RAG. Das öffentliche Übernahmeangebot der RAG (früher Ruhrkohle) für Degussa wird nur wirksam, wenn die RAG bis spätestens 31. Januar 2003 ihren knapp 20-prozentigen Ruhrgas-Anteil an Eon verkauft. Eon will diesen Anteil aber nur unter der Bedingung übernehmen, dass eine Genehmigung des OLG für die Gesamtfusion mit Ruhrgas erteilt wird.

Lähmend wirkt sich die Ungewissheit bei Ruhrgas aus. Durch die Verzögerung sei etwa bei der Bewerbung um die Beteiligung an internationalen Großprojekten unklar, wie weit man finanziell gehen könne, heißt es in Unternehmenskreisen. Für Eon bedeutet die Hängepartei vor Gericht nach Einschätzung von Analysten vor allem einen Dämpfer bei seiner Strategie, sich auf die Kerngeschäfte zu konzentrieren.

Die im Dax gelistete Eon-Aktie gab am Donnerstagnachmittag in einem insgesamt rückläufigen Marktumfeld um knapp zwei Prozent auf 43,10 Euro. Auch die im MDax gelistete Degussa-Aktie gab nach und notierte bei 26,30 Euro um 2,7 Prozent schwächer.

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