Oliver Kahn sorgt sich um EM
Hildebrand bei Länderspiel-Pleite der einzige Gewinner

Nach der 1:5-Niederlage in Rumänien fiel vielen DFB-Profis das Reden schwer. Einzig der Teamchef zeigte Größe, und stellte sich erneut schützend vor seine Mannschaft, die den Nachweis ihrer Klasse schuldig blieb. "Die Hauptschuld trage ich", übernahm der 44-Jährige Völler die volle Verantwortung für das Debakel.

HB BUKAREST. 1:5 gegen einen Nicht-EM-Teilnehmer.Vier Gegentore bereits nach 23 Spielminuten. Das vermeindliche Freundschaftsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Rumänien geriet schon nach nur einer Spielhälfte zu einem absoluten Desaster.

Während der Kapitän des DFB-Teams entnervt aus dem Stadion in den Mannschaftsbus flüchtete, übten sich seine Mitspieler in Durchhalteparolen. Einzig der Teamchef reagierte und stellte sich selbst an den Pranger. Wie ein Häuflein Elend kauerte Rudi Völler auf dem Rückflug aus Rumänien auf seinem Gangplatz in Reihe 9, rätselte über die eigenen Fehler - und legte nach der Ankunft um 1.15 Uhr am Gepäckband im Kölner Flughafen ein Versprechen für die Zukunft ab. "Das ist mir eine Lehre, das wird mir in dieser Form nicht mehr passieren", erklärte der Teamchef, der sich Stunden zuvor beim desaströsen 1:5 (0:4) in Bukarest wie nie zuvor in seiner fast vierjährigen Amtszeit verzockt hatte.

"Die Hauptschuld trage ich", übernahm der 44-Jährige die volle Verantwortung für das Debakel, das 48 Tage vor dem Start in die Europameisterschaft völlig unerwartet kam und jede EM-Vorfreude raubte. Obwohl er um die gesundheitlichen Probleme in seinem mitgereisten Personal wusste, nominierte er bis auf Torwart-Debütant Timo Hildebrand keine Spieler nach, damit die auch für die EM vorgesehene Gruppe unter sich blieb.

Bemerkenswert naiv war zudem Völlers Versuch, die völlig indisponierten Mittelfeldspieler Carsten Ramelow und Jens Jeremies das Loch in der Innenverteidigung einer Vierer-Abwehrkette stopfen zu lassen. "Das war der Schlüssel", bekannte der Coach, der zudem erst reagierte, nachdem die deutsche Elf in rekordverdächtigen 23 Minuten vier Gegentore kassiert hatte und sich zur Pause in der Kabine von ihren Schwindelanfällen erholte.

Kapitän Kahn, der noch nie in seiner Profilaufbahn binnen so kurzer Zeit so oft hinter sich greifen musste, war zu diesem Zeitpunkt bereits restlos bedient. Der 34-Jährige räumte das Tor für den Stuttgarter Hildebrand, verzog sich in den Team-Bus und kehrte erst in den Schlussminuten wieder ins Stanescu-Stadion zurück. "Für dieses Spiel gibt es überhaupt keine Entschuldigung. Wir haben uns richtig abschlachten lassen. Das war eine absolute Blamage und ein sehr, sehr großer Rückschlag", sorgte sich der Münchner um die Realisierung der EM-Ziele.

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