Olympia-Bilanz bestätigt
Deutsche Wintersportler bleiben Nummer Eins

Youngster haben Spitzenpositionen erobert, die Routiniers ihre Vormachtstellung verteidigt: Die deutschen Wintersportler haben ihren Platz im Weltsport eindrucksvoll bestätigt.

HB/dpa LEIPZIG. Nach Abschluss der wichtigsten und aus deutscher Sicht medaillenträchtigsten olympischen Sportarten kann sich die Bilanz im Vergleich zu den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City sehen lassen und berechtigt zu einem optimistischen Blick nach Turin 2006. 14 Titel, 9 Silbermedaillen und 5 Bronzeplaketten stehen bei den Weltmeisterschaften der Saison 2002/2003 auf der Habenseite. Die Olympia-Quote lautete 12-16-7.

"Wir sind überaus zufrieden mit dem nacholympischen Winter. Die Resultate sind eine klare Bestätigung der Ergebnisse von Salt Lake City, vor allem auch, weil viele junge Athleten dazu beigetragen haben. Wir sollten nicht unbedingt die Medaillen gegeneinander aufwiegen, es gibt gerade in einem Jahr nach Olympischen Spielen oftmals einen Neuaufbau. Uns interessieren vielmehr die erbrachten Leistungen", sagte Ulrich Feldhoff, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Sportbund (DSB), in einem dpa-Gespräch. Als herausragend bezeichnete Feldhoff den weiblichen Eisschnelllauf-Bereich, die Langläufer und nordischen Kombinierer. "Da wurde wieder hervorragend gearbeitet", lobte der oberste Leistungssport-Chef.

Alle WM-Titel auf den Einzelstrecken der Eisschnellläuferinnen durch Anni Friesinger (Inzell/3), Claudia Pechstein (Berlin) und Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) waren die beste Ausbeute in der Wintersportbilanz. Axel Teichmann (Lobenstein) und die 4x5 km- Langlauf-Staffel der Frauen sowie der Kombinierer Ronny Ackermann (Oberhof) brachten Goldmedaillen von der nordischen Ski-WM in Val di Fiemme mit. André Lange (Oberhof) war mit zwei Titeln der erfolgreichste Bob-Pilot des Winters und Rodlerin Sylke Otto (Oberwiesenthal) trug sich zum dritten Mal in Folge als Weltmeisterin in die Ergebnislisten ein. Martina Glagow (Mittenwald), Ricco Groß (Ruhpolding) und die Männer-Staffel sorgten für goldenen Jubel bei der Biathlon-WM.

Alpiner Skisport bleibt Sorgenkind

"Es hat natürlich Verschiebungen innerhalb der Verbände gegeben. Und es gibt auch Sportarten, mit deren Entwicklung wir überhaupt nicht zufrieden sind. Im alpinen Skisport, vor allem im männlichen Bereich, geht es seit Jahren nicht voran. Da hat man im Skiverband mit dem Trainerwechsel ja auch schon Konsequenzen gezogen. Trotzdem wird es dort kurzfristig keine Erfolgsmeldungen geben, da müssen völlig neue Wege eingeschlagen werden", betonte Feldhoff. Auch der versöhnliche Saisonabschluss im Biathlon befriedigt den DSB nicht völlig. "Hier müssen verstärkt junge Leute herangeführt werden, aber man darf bei all dem die Leistung nicht vergessen. Die ist wichtiger als das Alter", erklärte der DSB-Vizepräsident.

Der öffentlichen Kritik über die Skispringer wollte sich Feldhoff nicht anschließen. "Man sollte nach einer Saison, die nicht nach Wunsch lief, keine Schnellschüsse abfeuern, sondern klaren Kopf behalten und genau analysieren. Ich erinnere nur an die Schwimmer und Schützen, die bei den Olympischen Spielen in Sydney schwach waren, aber schon in der nächsten Saison wieder Top-Leistungen angeboten haben", sagte Feldhoff, der die Grundlagen der Wintererfolge in Ansätzen auch auf Sommersportarten übertragen möchte. "Sicher kann man das Stützpunktsystem der Langläufer und Kombinierer nicht 1:1 in den Sommer transportieren. Aber klar ist: Die Konzentration von Leistungsträgern in homogenen Trainingseinheiten, in wenigen Stützpunkten, hat viele Vorteile. Der Athlet wird täglich auf einem hohen Niveau gefordert und entwickelt sich dabei weiter", betonte Feldhoff, der einige Sommersport-Verbände zum Umdenken aufforderte: "Eine zu weitläufige Dezentralisierung ist bei einer geringen Anzahl von Spitzenathleten nicht der richtige Weg."

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