Olympia
Deutsche Kunstturnerinnen überraschen

Die deutsche Kunstturn-Riege der Frauen hat in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking bei einem Länderkampf in Schwäbisch Gmünd am Samstagabend ein Ausrufezeichen gesetzt. Deutschland belegte mit 230,150 Punkten etwas überraschend den zweiten Rang hinter Europameister Rumänien (231,250). Dritter wurde Frankreich (225,800).

Für eine herausragende Leistung sorgte Marie Sophie Hintermann (Tübingen), die am Stufenbarren eine 16,00 turnte. Trainerin Ulla Koch bescheinigte dem deutschen Team an diesem Gerät eine "Weltklasseleistung".

Deutsche Riege von Verletzungssorgen geplagt

Vier Wochen vor ihrem olympischen Auftritt humpeln die deutschen Kunstturnerinnen förmlich nach Peking. Beim letzten Olympiatest in Schwäbisch Gmünd kämpften gleich drei Athletinnen mehr mit Verletzungen als mit der Konkurrenz aus Rumänien und Frankreich.

Stark gefährdet ist nach aktuellem Stand der Einsatz von Katja Abel. Wegen einer schmerzhaften Reizung im Mittelfuß konnte die Berlinerin ebenso nur auf dem Stufenbarren antreten wie Marie-Sophie Hindermann aus Tübingen, die sich mit einer Einblutung an der Achillessehne herumplagt. Wegen einer beim Einturnen erlittenen Fersenprellung verzichtete Sprung-Europameisterin Oksana Chusovitina komplett auf den Wettkampf.

Kim Bui als starke Ersatzturnerin

"Wir hoffen natürlich, dass Katja wieder fit wird, aber wir haben ja zum Glück mit Kim Bui eine starke Turnerin in der Hinterhand", kommentierte Cheftrainerin Ulla Koch die personelle Situation. Die Tübingerin, bislang offiziell nur als Ersatzstarterin vorgesehen, nutzte vor 1 500 Zuschauern in der Großsporthalle Katharinenstraße die Gunst der Stunde und empfahl sich mit der besten deutschen Mehrkampf-Leistung von 57,85 Punkten für eine eventuelle Nachnominierung.

Während der kurzfristige Startverzicht der Kölnerin Chusovitina eher als Vorsichtsmaßnahme zu werten war, ist Hindermann ebenso wie Abel eine Wackelkandidatin. Die Schwäbin hat nach wie vor Probleme an der lädierten Achillessehne und ist deshalb naturgemäß auch nicht frei im Kopf: "Mir ist schon klar, dass es jederzeit zu einem Riss kommen kann."

Ohne Hindermann sinken Final-Chancen bei Olympia

Ein Verzicht auf die Stufenbarren-Spezialistin würde die deutsche Riege in Peking eine ihrer spärlich gesäten Finalchancen kosten. Koch: "Marie-Sophies Balkenübung war absolute Weltklasse, so würden wir sie gerne bei Olympia sehen."

Ausgeräumt sind die Nominierungsprobleme um Daria Bijak. Die Kölnerin, die in Salt Lake City studiert und trainiert, war bei der ersten Nominierungsrunde trotz sportlicher Qualifikation vom Deutschen Olympischen Sportbund noch nicht ins Peking-Team berufen worden, weil Zweifel daran bestanden, dass sie in Utah regelmäßigen Dopingkontrollen unterworfen worden war.

© SID

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