Olympia-Gold im Visier
Pollack-Comeback mit Friedensfahrt-Hattrick

Die ersten drei Tagesabschnitte hat er für sich entschieden, jeweils im Massensprint. Das Gelbe Trikot war der gerechte Lohn, am Montag trug es der Profi vom Team Gerolsteiner über die tschechisch-deutsche Grenze bis nach Chemnitz.

dpa HRADEC KRALOVE. "An einen Gesamtsieg denke ich nicht, aber ich habe unheimlich viel Power", sagte Pollack, der in den vergangenen Jahren nicht viel zu lachen hatte. Da war vor allem die schwere Erkrankung, als er unter Pfeifferschem Drüsenfieber litt. Von Oktober 2000 an war er neun Monate außer Gefecht. "Das ist eine verdammt harte Zeit. Aber man darf den Kopf nie in den Sand stecken. Wenn du niemanden hast, der dir hilft, bist du verloren", weiß er. Doch Freundin Yvonne und die übrige Familie hielten zu ihm, bauten ihn auf. Gespräche mit Leidensgenossen wie Teamkollege Tobias Steinhauser oder der erfolgreichsten deutschen Olympionikin, der Kanutin Birgit Fischer, halfen ihm über die schwere Zeit.

Was folgte, war ein glänzendes Comeback mit dem Sieg beim Nürnberger Altstadtrennen 2001. Vor zwei Wochen schließlich der Sieg bei der Niedersachsenrundfahrt, trotz eines bei der Flandern- Rundfahrt angebrochenen Fingers. Doch dem Jubel folgte sogleich die Ernüchterung. Gerolsteiner nominierte ihn nicht für den Giro d'Italia. "Ich hätte sicher Chancen auf einen Etappensieg gehabt. So ein Erfolg zählt natürlich mehr als der bei einem normalen Rennen", zeigte sich der 28-Jährige enttäuscht.

Die Medienpräsenz ist bei der Friedensfahrt für ihn jedoch besser. "Das weiß ich, das finde ich gut, und ich gebe hier auch 100 %." Auch deshalb, weil Pollack den Course de la Paix immer noch als "Tour de France des Ostens" sieht. Die Tour bleibt der große Traum des Lausitzers. Sogar den Rennstall würde dafür wechseln, falls dieses Ziel mit Gerolsteiner auf lange Sicht nicht möglich sein sollte.

Doch zuvor winkt Olympia 2004 in Athen. "Da will ich eine Goldmedaille, die ich mir selbst erkämpfe." Das Edelmetall aus Sydney erhielt er "nur" als Ersatzmann des Gold-Vierers. Doch erst einmal will er weiter bei der Friedensfahrt glänzen und seine Bilanz von insgesamt vier Etappensiegen auf der Drei-Länder-Tour verbessern.

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