Olympia IOC
Bach: "Brilliante Spiele mit nachhaltiger Wirkung"

IOC-Vizepräsident Thomas Bach zieht kurz vor Ende der Olympischen Spiele eine positive Bilanz, blickt jedoch kritisch auf die Explosion der Weltrekorde.

Die am Sonntag in Peking zu Ende gehenden Sommerspiele waren aus Sicht von IOC-Vizepräsident Thomas Bach brillant und hinterlassen in China "nachhaltige Wirkungen". Das sagte der ehemalige Fechter bei seiner Bilanzpressekonferenz im Deutschen Haus: "Es waren Spiele der Athleten mit wunderschöner Stimmung. Die Olympische Bewegung geht gestärkt aus ihnen hervor." Bei aller Kritik im Vorfeld habe sich nach dem Auftakt am 8. August die "Faszination der Spiele" und die "Macht der Realität" entfaltet, meinte Bach: "Später wird der Blick vielleicht freier und die Olympischen Spiele werden als Zäsur in der Entwicklung des Landes wahrgenommen."

Auf die Weltrekord-Explosionen im Schwimmen und in der Leichtathletik reagierte er mit Skepsis. "Aber ich spreche keinen Generalverdacht aus." Sportler wie Sprinter Usain Bolt und Schwimmer Michael Phelps seien Ausnahmeerscheinungen mit besonderer Ästhetik und Technik.

Sieger wichtiger als Rekorde

Der Dosb-Präsident warnte davor, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wie es der deutsche Sprinter Tobias Unger getan hatte. Er nannte Bolts Rennen eine "Riesenverarschung". Wer so rede, schüre auch den Verdacht gegen die deutschen Olympiasieger.

Rekorde sollen nur noch Beiwerk sein

Bach musste einräumen, seine Forderung nach einer Abkehr von der Betonung der Weltrekorde sei nicht erhört worden. "Damit bin ich beim Leichtathletik-Weltverband, beim IOC und beim internationalen Fernsehen nicht durchgedrungen."

Er wünsche sich, dass künftig der Olympiasieg im Vordergrund stehe und Rekorde nur noch Beiwerk seien. ARD und ZDF hatten auf die Einblendung von Weltrekordlinien verzichtet, viele internationale TV-Sender allerdings nicht. In den Stadien waren oft erst der Weltrekord und dann der Sieger ausgerufen worden. Das deutsche Team habe ihn durch seine mannschaftliche Geschlossenheit, frische Siegertypen und unverkrampfte Athleten überzeugt: "Dass wir im Medaillenspiegel höchstwahrscheinlich einen Platz nach vorne rutschen, ist höchst erfreulich", sagte Bach.

© SID

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