Olympia-Organisation
Die Spiele der Schwierigkeiten

Mit der traditionellen Eröffnungsfeier beginnen am Freitag in Peking die Olympischen Spiele. Überschattet wird das größte Sportereignis der Welt von internationalen Protesten wegen der Menschenrechtslage in China und des Tibet-Konflikts. Doch das sind nicht die einzigen Probleme, vor denen die Olympia-Organisatoren stehen.

HB PEKING. Zu der feierlichen Eröffnung im futuristischen Olympiastadion haben sich nach Angaben des Organisationskomitees bis zu 104 "Würdenträger nationaler Regierungen" angemeldet. Westliche Diplomaten in Peking gehen von rund 80 aus. Unter den Gästen sind US-Präsident George W. Bush, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der russische Ministerpräsident Wladimir Putin. Dagegen reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nach Peking. Merkel erklärte, dass die Eröffnungsfeier mit ihrem Sommerurlaub kollidiere. Auch der britische Premierminister Gordon Brown fehlt. Er will nur zur Abschlusszeremonie am 24. August kommen.

US-Präsident Bush forderte einen Tag vor Beginn der Spiele die Regierung in Peking in deutlichen Worten zur Achtung der Menschenrechte auf. Er sei "tief besorgt", sagte Bush am Donnerstag in Bangkok. Er kritisierte die Menschenrechtslage in China in ungewohnter Deutlichkeit. Die USA lehnten die Verhaftung von politischen Dissidenten, Menschenrechtlern und religiösen Aktivisten entschieden ab, erklärte Bush. Eindringlich forderte er Peking auf, Grundrechte wie Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit zu garantieren.

Probleme könnten die Olympia-Organisatoren mit dem Wetter haben. Die Meteorologen haben für die Eröffnungsfeier bedeckten Himmel mit Schauerrisiko am Nachmittag vorausgesagt. Der für das Wochenende vorhergesagte Regen könnte aber dabei helfen, die Luft etwas sauberer zu waschen.

Chinas Olympia-Organisatoren hätten die Spiele jedenfalls später eröffnen wollen. In der Debatte um Hitze, Schwüle und Luftverschmutzung in Peking haben sie indirekt das Internationale Olympische Komitee (IOC) kritisiert. "Wir hätten die Eröffnungsfeier gerne viel später gehabt", sagte BOCOG - Generalsekretär Wang Wei weniger Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier. Im September sei das Wetter in Peking besser - "auch für die Athleten". Doch der Termin sei mit Blick auf den "internationalen Sportkalender" gewählt worden. Der August ist der feuchteste und schwülste Monat in Peking. Im September sind zudem die Temperaturen niedriger.

Unteredessen haben die Verantwortlichen erstmals Fehler bei der Organisation der Spiele eingeräumt. China sei noch ein Entwicklungsland, sagte Generalsekretär Wang Wei. "Leider können wir nicht alle Probleme lösen", erklärte Wei. Obwohl die chinesische Organisation allgemein gelobt wird, hatte es in den vergangenen Tagen kleinere Pannen gegeben.

Die groß gewachsenen australischen Ruderer beklagten sich über zu wenig Platz in kleinen chinesischen Bussen. Der Fahrer einer Gruppe australischer Athletinnen verirrte sich auf dem Rückweg ins olympische Dorf. Und bei den Eingangskontrollen ins Medienzentrum wurde am Donnerstag mehreren Journalisten trotz gültiger Akkreditierung der Zutritt verweigert.

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