Olympia Peking
Georgischer Rückzug von Olympia vom Tisch

Wegen der angespannten politischen Lage in der Heimat denkt das 35-köpfige Team Georgiens über einen Rückzug von den Olympischen Spielen in Peking nach. "Wir wissen derzeit nicht genau, was passiert, aber wir unterhalten uns natürlich darüber", sagte ein Mannschaftssprecher. Die Entscheidung liege allein bei Georgiens Staatspräsident Michail Saakaschwili.

Trotz der angespannten politischen Lage und der Ausrufung des Kriegszustands lehnt der georgische Staatspräsident Michail Saakaschwili einen Rückzug der Olympia-Mannschaft von den Sommerspielen in Peking ab. Ein Teamsprecher sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass sich das 35-köpfige Team nach dem Wunsch Saakaschwilis so für die Ehre Georgiens einsetzen soll. Die Olympia-Delegation hatte angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Heimat einen Rückzug in Erwägung gezogen.

Im Konflikt um die von Georgien abtrünnige Region Südossetien, die in ihrem Streben nach Unabhängigkeit von Russland unterstützt wird, hat sich am Samstag die Situation dramatisch zugespitzt. Bei schweren russischen Luftangriffen soll es mehr als 1 000 Tote gegeben haben. In Georgien ist inzwischen offiziell der Kriegszustand in Kraft getreten. Er gilt landesweit für die kommenden 15 Tage.

Das Nationale Olympische Komitee Georgiens verurteilte in einer Pressemitteilung die russischen Luftangriffe. "Zur gleichen Zeit, in der die Spiele in Peking mit einem Feuerwerk eröffnet wurden, musste Georgien mit Bombenangriffen auf viele seiner Städte leben", hieß es.

IOC steht sich dem Konflikt machtlos gegenüber

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verurteilte die Gewalt im Kaukasus, sieht sich dem Konflikt aber machtlos gegenüber. "Das ist nicht das, was die Welt sehen will und entspricht sicher nicht der olympischen Idee", meinte IOC-Sprecherin Giselle Davies. Es stünde dem IOC nicht zu, die Lage weiter zu kommentieren.

Der russische Regierungschef Wladimir Putin, am Freitagabend noch Gast bei der Eröffnung der Spiele in Peking, ist inzwischen überraschend in die Konfliktregion gereist. Er sei am Abend in Wladikawkas, Hauptstadt der zu Russland gehördenden Republik Nordossetien, gelandet, meldete die Agentur Interfax.

US-Präsident George W. Bush, der ebenfalls nach Peking gereist war und die Eröffnungsfeier im Nationstadion verfolgte, sprach am Samstag während seines Aufenthalts in der chinesischen Hauptstadt von einer "gefährlichen Eskalation" und forderte Russland zum Stopp der Bombenangriffe auf.

© SID

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