Olympia Peking
London stiehlt Peking die Schau

Die kommenden Gastgeber der Sommerspiele brachten Abwechslung in die langatmige Schlussfeier. London setzt für 2012 offenbar auf "Flair und Witz", kommentierte der Daily Telegraph.

Als die krachenden Gitarrenriffs von Jimmy Page ertönten, hatte der kommende Olympia-Gastgeber London den Organisatoren von Peking bei deren eigener Schlussfeier innerhalb von nur acht Minuten komplett die Schau gestohlen. Zehntausende feierten den legendären Led-Zeppelin-Gitarrist, der gemeinsam mit Popsternchen Leona Lewis den weltbekannten Rock-Klassiker "Whole lotta Love" durch das Vogelnest hämmerte. Der Auftritt auf einem roten Doppeldecker-Bus gab der spektakulären aber langatmigen Schlussfeier die nötige Würze.

Zuvor hatte bereits Londons Bürgermeister Boris Johnson durch einen hemdsärmeligen Auftritt begeistert. Mit offenem Jacket, deutlich zu großen Hosen und Händen in den Taschen schlenderte das erst im Frühjahr gewählte Stadtoberhaupt zur Übergabezeremonie. In der von China bis ins kleinste Detail inszenierten Feier wirkte Johnson wie ein frecher Schuljunge: Fremdkörper und willkommene Abwechslung zugleich.

Britische Medien feierten Auftritt von Page, Lewis und Beckham

Britische Medien feierten den Auftritt von Page, Lewis sowie Megastar David Beckham, der von dem roten Bus aus mit einem Fußball symbolisch den Anstoß für London 2012 machte. Die Übergabe habe mehr an die Zeiten des Swinging London als an die kosmopolitische Finanzmetropole von heute erinnert, fand die britische Presse. "Wenn das ein Statement der Organisatoren war, sich nicht mit der Größe und dem Spektakel von Peking zu messen, sondern stattdessen auf Flair und Witz zu setzen, ist das gelungen", kommentierte der konservative Daily Telegraph.

Als aufkommende Supermacht hatte China etwas zu beweisen, London jedoch sollte, so der Telegraph, den Charakter der Nation bewahren und ein wenig dezenter auftreten. Die Daily Mail stimmte ein: "Wir sollten etwas skurril Britisches bieten mit einem langanhaltenden Erbe und ohne schrecklichen Kater." Auch die Sun sah nach der Schlussfeier für London nur eine Möglichkeit: "Wir müssen es auf unsere Weise tun."

Eigenwillig wirkte die inszenierte Fröhlichkeit der Chinesen. Sie verzauberte trotz spektakulärer Feuerwerke und artistischer Glanzleistungen nicht wie die Eröffnung, viele Athleten verließen schon weit vor dem Ende das Stadion. Chinesische Zeitungen sahen dies freilich anders. "Überbiete das! Die Spiele von Peking endeten so spektakulär wie sie begonnen haben", titelte das staatlich kontrollierte China Daily.

Blätter auf der ganzen Welt stimmten in die Lobeshymne ein. Der Schweizer Blick schrieb, China habe zum Abschluss der Olympischen Spiele noch einmal sein Leistungsvermögen demonstriert und Die Presse aus Österreich titelte: "Die gigantische Sensations-Show. Die Sommerspiele 2008 übertrafen alles, was Organisation, Ablauf und Präzision betrifft."

© SID

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