Olympia-Splitter vom 21. August
Von Anspruchsdenken und Blockaden

Kenias Generalsekretär schimpft trotz zweier Medaillen, Nader Almassri ist glücklich über seine Teilnahme in Peking, die Hammerwerferin Axana Menkowa hat es ihrer Mutter bewiesen. Die Olympia-Splitter vom 21. August.

Anspruchsdenken: Gold und Bronze waren für die Läufernation Kenia über 3000m Hindernis der Männer offenbar nicht genug. Daniel Okeyo, Generalsekretär des nationalen Leichtathletik-Verbandes, war jedenfalls hochgradig unzufrieden. Man habe die falsche Wahl getroffen und hätte auf den Jahres-Weltbesten Paul Kipsiele Koech, der nur Vierter der Olympia-Ausscheidungen geworden war, nicht verzichten dürfen. Ezekiel Kemboi, Olympiasieger von Athen, hatte in Peking beim Erfolg von Brimin Kiprop Kipruto vor dem Franzosen Mahiedine Mekhissi-Benabbad und Richard Kipkemboi Mateelong nur Platz sieben belegt. Bei Olympia 2004 und der WM 2007 hatten die Kenianer jeweils alle drei Medaillen abgeräumt.

Blockiert: Dass er überhaupt zu Olympia durfte, war für den palästinensischen 5 000-m-Läufer Nader Almassri schon ein Glück. Seine schwache Vorstellung als 38. mit 14:41,10 Minuten sei das Ergebnis des geringen Trainings, meinte der in Gaza lebende 28-Jährige. Seit die Hamas dort im Juni die Kontrolle übernommen hat, wird der Gaza-Streifen von Israel blockiert. Seinen letzten Wettkampf bestritt Almassri im Dezember 2006 bei den Asienspielen. "Mit meinem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Wenn man so lange keine Rennen bestritten hat, ist es ganz schwer, gegen solche Meister zu laufen", meinte Almassri.

Hinterm Rücken: Gegen den Willen ihrer Mutter begann Hammerwurf-Olympiasiegerin Axana Menkowa einst mit dem Leistungssport. "Sie meinte, das würde zu viel Kraft kosten und ich würde meine Gesundheit ruinieren", berichtete die Weißrussin in Peking. Um sich nicht mit der Mutter anlegen zu müssen, ging Menkowa zum Training, während die Eltern arbeiteten. Zuerst war die heute 26-Jährige von den Talentsichtern wegen ihrer Größe als Ruderin ausgewählt worden, doch weil der See bei den ersten Trainingseinheiten zugefroren war, entschied sie sich für die Leichtathletik. Seit elf Jahren ist sie nun Hammerwerferin.

Schweiss: Der verschwitzte Schuh von Badminton-Goldgewinner Lin Dan ist ein kleines Vermögen wert. Nach seinem Triumph hatte der Chinese seinen Schläger und die beiden Sportschuhe ins jubelnde Publikum geworfen. Nun behaupten im Internet mindestens 100 Menschen, im Besitz der geruchsintensiven Treter zu sein. Aus gutem Grund: Hardcore-Fans von Lin bieten 500 000 Yuan für einen Schuh. Das sind 50 000 Euro, wofür man in China ein Apartment kaufen kann.

Tickets: Sammler haben gebrauchte Olympiatickets als lohnendes Langzeit-Investment entdeckt. Für Eintrittskarten von Leichathletikveranstaltungen in Peking werden 5 Euro geboten, für Tickets von den US-Basketballern mit Superstar Kobe Bryant sogar 30 Euro.

Haare: An einer Ecke des "Wasserwürfels", wo die olympischen Schwimmwettbewerbe stattfanden, hat ein Friseur namens Huang Xin ziemlich ungewöhnliche Skulpturen aufgebaut. Sie bestehen aus menschlichem Haar, sind teilweise bunt gefärbt und bilden zum Beispiel die Form des Olympistadions nach. Huang will die Kunstwerke nicht verkaufen, sondern an das Internationale Olympische Komitee verschenken. Die Freude bei Jacques Rogge wird sicher groß sein.

Heirat: Schützen-Olympiasieger Abhinav Bindra, der in Deutschland trainiert, hat in seiner Heimat Indien viel mehr als Gold gewonnen. Der 25-Jährige erhielt von Regierung und Sponsoren gleich reihenweise Geldprämien und wird von den Frauen aus dem Riesenland mit einer Milliarde Einwohnern umworben. Eine schrieb zum Beispiel: "Abhinav, willst du mich heiraten? Meine Eltern müssen ja jetzt weniger Gold kaufen", schrieb eine Verehrerin. In Indien ist es üblich, dass die Familie der Braut Gold an den Mann zahlen muss.

© SID

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