Olympia-Splitter vom 23. August
Von Durststrecken und Wundern

Steve Hooker, Maurren Higa Maggi, Barbora Spotakova und Blessing Okagbare genossen ihre Erfolge aus vielen Gründen, Dayron Robles fühlte sich ohne Liu Xiang 110 Meter lang einsam. Die Olympia-Splitter vom 23. August.

Durststrecke: Der Olympiasieg von Stabhochspringer Steve Hooker beendete eine 40 Jahre lange Durststrecke von Australiens Leichtathletik-Männern. Letzter Goldmedaillengewinner war 1968 in Mexiko Ralph Doubell über 800m.

Tränemeer: In Tränen aufgelöst brach die brasilianische Weitsprung-Olympiasiegerin Maurren Higa Maggi bei der Siegerehrung vor Glück fast zusammen. "Es ist so ein schönes Gefühl, als erste brasilianische Leichtathletin eine Olympiamedaille gewonnen zu haben", sagte die 32-Jährige, die von 2003 bis 2005 eine zweijährige Dopingsperre absitzen musste. Auf den Namen Maurren war sie einst in Anlehnung an Maureen, die erste Frau von Beatles Schlagzeuger Ringo Starr, getauft worden. Doch beim Ausfüllen der Taufurkunde unterlief ein Fehler, sodass aus Maureen Maurren wurde. Sie ist mit dem ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Antonio Pizzonia verheiratet.

Wunder: Der Gewinn von Weitsprung-Bronze war für Nigerias Blessing Okagbare "das größte Wunder, für das Gott jemals gesorgt hat". Sie rutschte erst ins Finalfeld, nachdem die ursprünglich qualifizierte Ukrainerin Ludmilla Blonska des Dopings überführt worden war: "Als ich von meiner zweiten Chance erfuhr, wusste ich, dass es jetzt auch zu einer Medaille reicht."

Einsam: Hürdensprint-Olympiasieger Dayron Robles hat sich ohne den verletzten chinesischen Olympiahelden Liu Xiang im Finale über 110m Hürden einsam gefühlt. "Es war eine Enttäuschung, dass er nicht starten konnte", sagte der Kubaner nach seinem überzeugenden Erfolg: "Aber ich bin sicher, er kommt zurück, und ich freue mich auf das Duell mit ihm im nächsten Jahr bei der WM in Berlin."

Extrasüß: Der Speerwurf-Olympiasieg von Weltmeisterin Barbora Spotakova im letzten Versuch über Russlands Maria Abakumowa hatte für Tschechien eine symbolische Bedeutung. Er kam 40 Jahre nach der von Russland angeführten Invasion der Warschauer-Pakt-Staaten in dem damals sozialistischen Land am 21. August 1968, womit der Prager Frühling niedergeschlagen wurde: "Das macht den Erfolg extrasüß", meinte Spotakova, die Tschechiens erste Olympiamedaille im Frauen-Speerwurf seit Dana Zatopkova 1960 (Silber) gewann.

© SID

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