Olympia-Tagebuch
Hamburger weltweit

McDonald's belohnt verdiente Mitarbeiter mit einer Reise nach Peking. Dort dürfen sie den Sommerpalast anschauen, einen Wettkampf besuchen – und arbeiten.

Überall da, wo die Welt des Sports sich zusammenfindet, ist die amerikanische Restaurantkette McDonald's nicht weit. Zuletzt war das bei der Fußball-Europameisterschaft der Fall, als der Fastfood-Konzern als offizieller Partner der Europäischen Fußball-Union auftrat. Selbst im Tessiner Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war McDonald's nicht wegzudenken: In Tenero am Lago Maggiore versorgte das Unternehmen die Journalisten drei Wochen lang mit Cafe Latte und Blaubeermuffins.

Und natürlich darf der Konzern mit dem goldenen „M“ im Logo auch bei den Olympischen Spielen in Peking nicht fehlen. Viel Geld bezahlt das Unternehmen für sein Engagement im Weltsport: für die Fußball-EM geschätzte 50 Mill. Euro an die Uefa und rund 100 Mill. Dollar an das Internationale Olympische Komitee (IOC) für das Recht, mit den Olympischen Ringen weltweit werben zu dürfen.

In Österreich und in der Schweiz durfte der Konzern dafür aus tausenden von Kindern wählen, die die Spieler beim Einmarsch ins Stadion in Leibchen, bedruckt im Corporate Design der Fastfoodkette, auf das Spielfeld begleiteten. Bei den Olympischen Spielen nun will McDonald's nicht nur werben, sondern auch verdiente Mitarbeiter belohnen. Und zwar mit einer Reise in die chinesische Hauptstadt. Eine von 20 Mitarbeitern aus Deutschland ist Rebecca, die wir so nennen, weil sie Angst vor Konsequenzen hatte, wenn wir ihren richtigen Namen veröffentlichen. Rebecca spricht weder Englisch noch Chinesisch. Im normalen Leben ist sie stellvertretende Restaurantleiterin an irgendeiner Autobahn-Filiale in Deutschland. Fünf Tage darf sie in Peking sein. Den Sommerpalast habe sie schon gesehen, morgen geht es zur Chinesischen Mauer. Und am Donnerstag darf sie sogar einmal zu den Wettkämpfen – Turnen habe sie abbekommen.

Und den Rest der Zeit? Den verbringt sie im Olympischen Dorf – hinter dem Tresen bei der Arbeit. Fotografieren dürfe sie die Sportler aber nicht und um Autogramme bitten schon gar nicht. Dabei würde sie so gerne ab und zu Deutsch reden, ihre Kollegen in Peking sind alle aus China. Aber am Freitag geht es ja schon zurück nach Deutschland.

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