Olympia Tagebuch
Im Reich der Fälscher

Es ist wunderbar wie sich IOC und Chinesen die Bälle zuspielen. Das sei genau wie im Sport, hat IOC-Olympiadirektor Gilbert Felli die Manipulationen bei der Eröffnungsfeier in Peking verteidigt. Beim Fußball habe der Trainer ja auch die Möglichkeit, im letzten Moment einen Sportler auf die Bank zu setzen. Wie bitte?
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Beim Fußball zählt schließlich auch die Leistung des neuen Spielers. Und der richtige Name taucht auf der Aufstellung auf. Kein guter Vergleich also, Herr Felli - und das von einem Sportfunktionär, der das Thema Fair-Play bei Olympia bewahren sollte.

Aber China ist nun mal das Reich der Fälscher. Und so wissen wir nun alle, dass beim Lied zum Einzug der chinesischen Flagge nicht die süße neunjährige Lin Miaoke gesungen hat, die alle zu sehen bekamen. Sicher, das ist in der Musikbranche täglich der Fall - auch bei "Milli Vanilli" war die Show gefälscht. Und bei vielen Pop-Sternchen kommt selbst beim Liveauftritt die Stimme vom Band. Nur ist Olympia eben nicht irgendeine Provinzveranstaltung.

Zudem muss man sich inzwischen fragen, wie weit es die Chinesen mit den Fälschungen treiben wollen. Vielleicht ist ja Hürdenstar Liu Xiang gar nicht echt? Könnte ja eine Computermontage wie die Feuerwerksfußstapfen sein. Um den goldenen Effekt zu erhöhen. Und vielleicht steckt in der Hülle von Basketball-Gott Yao Ming ein anderer? Oder gar zwei? Irgendwie verliert man bei diesen Spielen den Glauben an die Wahrheit.

Dass über die Manipulationen bei der Eröffnungsfeier nicht berichtet werden darf, interessiert die Chinesen reichlich wenig. Bei einer Internet-Abstimmung, wo die besten Sängerinnen gewählt werden, steht jetzt die wahre Sängerin Yang Peiyi mit Abstand an der Spitze. Trotz schiefer Zähne.

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