Olympiabewerber an Rhein und Ruhr unzufrieden: Schunkelpause an Rhein und Ruhr

Olympiabewerber an Rhein und Ruhr unzufrieden
Schunkelpause an Rhein und Ruhr

Das Düsseldorfer Stadtbild ist zur Zeit bunt, extrem bunt. Verteilt in der gesamten Stadt sieht man komische Plakate mit komischen Farben. Olympia, so bunt wie die Welt, ist der Leitspruch der Olympiabewerbung von Düsseldorf und der Rhein-Ruhr-Region.

HB DÜSSELDORF. Der Slogan folgt dem Logo, und dies entsteht angeblich, wenn man die Flaggen aller IOC-Mitgliedsländer übereinander legt, jedenfalls Farben und Gewichtung. "Zuerst haben uns alle für verrückt erklärt", sagt Bewerbungs-Chef Michael Zilles. "Doch mittlerweile beneiden uns alle, auch die Konkurrenten, um dieses Logo."

Auch wenn Unternehmen und Bürger die Bewerbung sichtbar unterstützen. So ganz zufrieden kann er nicht sein. Zu schlecht ist Düsseldorf vergangene Woche bei der Notenvergabe durch die NOK-Prüfungskommission weggekommen. Die Lust aufs Schunkeln ist den olympischen Karnevalisten zumindest vorübergehend vergangen. Nur Platz vier, auch wenn alle immer und überall betonen, wie eng die fünf Städte beieinander liegen und das ja noch überhaupt keine Vorentscheidung gefallen sei. Ärgerlich war es schon, nur Platz vier. Zumal auffällt, dass die Juroren einen der vermeintlichen Favoriten, nämlich Hamburg, auf Platz eins setzten, und die beiden anderen, Düsseldorf und Stuttgart, nur auf die Ränge vier und fünf.

"Es gibt einige Sachen, die wir - genau wie unsere Mitbewerber - nicht so ganz nachvollziehen können", sagt Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin. So hat man bei der Finanzierung nur mäßig abgeschnitten. Und das obwohl mit 600 Millionen Euro die Investitionskosten mit Abstand die geringsten sind. Denn nur fünf Sportstätten müssen wegen Olympia noch errichtet werden. Der Aspekt der Nachhaltigkeit - also die Nutzung der Arenen nach den Spielen - dürfte bei keinem anderem Bewerber so vorbildlich sein wie bei Rhein-Ruhr. Kaum verwunderlich, bei elf Millionen Einwohnern. Daher scheint es in der Tat erstaunlich, dass in der Kategorie "Beherbergung" Hamburg besser abgeschnitten hat als die gesamte Rhein-Ruhr-Region mit den großen Messestädten Köln, Düsseldorf und Essen.

Katastrophal war die NOK-Note für das Olympische Dorf. Dabei hat dies der gleiche Architekt, der auch das Dorf in Sydney geplant hat, die Zeichnungen machen lassen. Die Bürgerproteste waren massiv, haben sich jedoch nach der Anpassung der Pläne beruhigt. "Mittlerweile unterstützen von 56 Düsseldorfer Heimatvereinen 55 die Bewerbung", sagt Erwin.

Auf gute nachbarschaftliche Beziehungen setzen die Rhein-Ruhr-Strategen ohnehin. Vor allem, wenn es darum geht, die zahlreich in Nordrhein-Westfalen beheimateten Sportfachverbände auf ihre Seite zu ziehen. Deren Stimmen werden, so hoffen Zilles & Co., den Ausschlag für Düsseldorf geben. Der Geschäftsführer war früher einmal Unternehmensberater, danach bei Bertelsmann. "Man muss sich fragen, was ist der USP der jeweiligen Bewerbung?" USP steht im Marketing-Sprech für Unique Selling Proposition, das einzigartige Verkaufsargument. "Wir sind die Metropole des Sports", sagt er selbstbewusst. Düsseldorf kann - und will - er dabei nicht alleine meinen. Eben die Region Düsseldorf-Rhein-Ruhr.

Denn Düsseldorf ist vieles, nur keine Sportstadt: Eishockey, Tennis, Tischtennis, American Football und ein Fußballklub, der zwar Fortuna heißt, dem das Glück aber seit längerem nicht mehr nachläuft, und der folgerichtig in der vierten Liga dümpelt. Allerdings strengt sich die Stadt an. "Es wurde zu keiner Zeit so viel in den Sport investiert wie zu meiner OB-Zeit", sagt Erwin.

Dennoch: Erst die Aachener Reitanlage Soers, die Köln-Arena oder die Fußball-Tempel von Schalke und Dortmund machen die Region zur Sporthochburg. 70 Weltmeisterschaften wurden im Rhein-Ruhr-Gebiet zwischen 1990 und 2001 ausgerichtet. Daher kennen die Vertreter der nationalen und internationalen Sportfachverbände die Wettkampfstätten. "Einem Reiter braucht man Aachen nicht erklären", sagt Zilles. Dies sei auch daher wichtig, da die Bewerberstädte die IOC-Mitglieder nicht mehr einladen dürfen. Eigentlich schade. Denn der rheinische Karneval hätte den Funktionären bestimmt gefallen.

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