Olympiabewerbung hat großen Schaden genommen
Kopflos in Leipzig

Die Olympia GmbH sucht den Nachfolger von Geschäftsführer Dirk Thärichen - und lässt sich damit Zeit.

BERLIN. Bevor die Leipziger Olympiagesellschaft um Sympathie bei der Bevölkerung wirbt und um Geld aus der Wirtschaft, braucht sie erst einmal einen Retter. Nur nicht irgendeinen. Er muss als neuer Geschäftsführer der Olympia GmbH ein genaues Profil haben, nämlich internationale Erfahrung und Bekanntheit im Ausland, ausgezeichnete Managementfähigkeiten und vor allem: integrative Kraft und eine gesamtdeutsche Sichtweise. Schließlich geht es nicht nur um den fehlenden Geschäftsführer, sondern auch darum, den Eindruck auszuräumen, dass die bisherigen Protagonisten der Bewerbung, NOK-Chef Klaus Steinbach und Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, nicht gerade miteinander harmonieren. Bis zur Sitzung am Samstag wollen sich die Mitglieder des Aufsichtsrates der Olympia GmbH Gedanken machen, ob es so jemanden überhaupt gibt.

Im Moment ist nur Burkhard Jung im Gespräch, der Olympiabeauftragte von Leipzig. Zuletzt hat er weniger Schrammen abbekommen als Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee. Jung gilt als besonnen, aber international unerfahren. Er meint, dass die Bewerbung nur aus der Kraft der Stadt heraus entwickelt werden könne. Genau das aber ist die entscheidende Frage.

Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes und Mitglied des Aufsichtsrates, sagte: "Ich neige immer weniger dazu, den Geschäftsführer in der Politik zu suchen. Es muss niemand aus Stadt, Land oder Bund sein. Mir wäre jemand aus der Wirtschaft am liebsten." Derzeit ist die Leipziger Olympiabewerbung fast kopflos. Am Samstag wird der Aufsichtsrat den Geschäftsführer Dirk Thärichen endgültig abberufen, weil sein Wehrdienst in einem Stasi-Wachregiment, insbesondere die Verschleierung desselben, ihn nicht für seine Aufgabe geeignet macht. Der mögliche Nachfolger Michael Groß hat abgesagt. Es ging darum, ob der Schwimm-Olympiasieger neben der Olympia GmbH auch noch seine eigene Agentur in Frankfurt führen könne. Angeblich hat Groß von Anfang an nur unter dieser Bedingung die Verhandlungen mit Leipzig geführt. Dennoch waren einige Mitglieder des Aufsichtsrates davon so überrascht, dass sie Groß am Dienstag bei einem Treffen im Bundesinnenministerium die Aufgabe nicht mehr zutrauten.

Seite 1:

Kopflos in Leipzig

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%