Olympiasieg hat hohen Stellenwert in Südamerika
Wolfsburger Kicker auf Goldkurs

Der Spielmacher des VfL Wolfsburg, Andres D'Alessandro, wird seinem Klub noch einige Zeit fehlen. Nach den Olympischen Spielen wird er mit der argentinischen Elf ein Spiel in und gegen Peru bestreiten.

HB ATHEN. Auf ihren Olympia-Helden werden sie in Wolfsburg noch lange warten müssen. "Wahrscheinlich komme ich nach den Spielen in Athen nicht sofort zurück, denn ich muss mit Argentinien noch in Peru antreten", kündigte VfL-Spielmacher Andres D'Alessandro nach dem Sprung ins Olympia-Finale an. Die "Zaubermaus" aus Buenos Aires trifft am Samstag (9.00 Uhr/MESZ) im ersten südamerikanischen Olympia-Endspiel seit 76 Jahren auf Irak-Bezwinger Paraguay. "Ich bin stolz für Argentinien zu spielen. Es ist eine große Ehre zu dieser Mannschaft zu gehören. Ich denke, nun haben wir eine gute Chance, das Gold zu holen", sagte D'Alessandro.

Der hohe Favorit Argentinien will nach dem 3:0 im Halbfinale über Italien in seinem dritten Olympia-Finale nach 1928 und 1996 endlich den ersten Sieg unter Dach und Fach bringen. Paraguay hat schon vor dem Anpfiff durch das 3:1 über den Irak in der Vorschlussrunde Historisches geschafft. Die Elf um Torjäger Jose Cardoso hat mit Silber die erste Olympia-Medaille überhaupt für das kleine Land gewonnen. Doch damit gibt man sich nicht zufrieden: "Vor Argentinien haben wir keine Angst. Sie haben zwar ein gutes Team, aber wir sind nicht chancenlos", kündigte Kapitän Carlos Gamarra dem Erzrivalen einen Kampf auf Biegen und Brechen an.

Auch in Argentinien hat der Olympiasieg einen hohen Stellenwert. Bundesliga-Profi D'Alessandro leistet deshalb seit drei Monaten Dienst für sein Land - und noch immer ist kein Ende in Sicht. In Wolfsburg sind sie nicht besonders entzückt, dass der mit gut neun Mill. ? teuerste Transfer der Clubgeschichte auch in der WM- Qualifikation am 4. September in Lima gegen Peru antreten soll. Nach unliebsamen Schlagzeilen über das peinliche Pokal-Aus und den Rücktritt von Manager Peter Pander droht dem Club weiteres Ungemach. "Über die Entwicklung in Wolfsburg bin ich informiert. Ich telefoniere viel mit den Spielern", sagt D'Alessandro.

Der Mittelfeldspieler, den sie nur den "Dickkopf" nennen, war 2003 von River Plate Buenos Aires gekommen. Für den 23-Jährigen, der sich Diego Armando Maradona als sportliches Vorbild auserkoren hat, ist das Engagement in der VW-Stadt allerdings nur ein Sprungbrett. Spaniens Erstligist Deportivo La Coruna hat bereits Interesse angemeldet - gut möglich, dass die Wolfsburger vielleicht bald für immer auf einen ihrer besten Spieler verzichten müssen.

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