Olympiasieger im Judo wird Goldmedaille aberkannt
Dritter Dopingfall bei Paralympics

Ein dritter Dopingfall, das ersehnte zehnte Gold durch Schwimmer Christoph Burkard und die erste Medaille für "Jungtrainerin" Steffi Nerius standen im Mittelpunkt des siebten Wettkampftages der Paralympics.

HB ATHEN. Dem kubanischen Judo-Sieger Sergio Arturo Perez Hechevarria wurde wegen der Einnahme eines entzündungshemmenden Kortisonpräparats die Goldmedaille aberkannt, gesperrt wurde er aber nicht. "Er hätte den Wirkstoff angeben müssen, das hat er nicht getan", begründete der deutsche Mannschaftsarzt Markus Zimmer am Freitag das milde Urteil des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC).

"Unsere jungen Schwimmer bringen Topleistungen, endlich hat es auch mit der Goldmedaille geklappt", freute sich Karl Quade, Chef de Mission. Der 20 Jahre alte Burkard aus Rottweil schwamm über 400 Meter Freistil in 4:40,30 Minuten Weltrekord und schlug nur kurz vor seinem gleichaltrigen Teamkollegen Christopher Küken (4:47,66) aus Magdeburg an. "Gold kam für mich völlig überraschend, und an Weltrekord war gar nicht zu denken", meinte Burkard, der seit seinem Abitur im April 25 Stunden pro Woche trainierte. Seine Bestzeit lag bei 4:51 Minuten. Silber holte die Greifswalderin Natalie Ball über 100 Meter Freistil.

Zuvor verlor die Olympia-Zweite im Speerwurf, Steffi Nerius, eine Wette mit der von ihr trainierten Andrea Hegen. "Sie musste meinen Vorsprung von 30 Metern knacken, das hat sie geschafft", sagte die 32-Jährige. Nun muss Nerius ihrer einarmigen Leverkusener Speerwurf- Schülerin ein Essen kochen. Die 19-Jährige holte bei ihren ersten Paralympics auf Anhieb Bronze mit deutschem Rekord von 36,67 Metern. Am 27. August hatte Nerius an gleicher Stelle ihren Silber-Wurf mit 65,82 m gelandet. "Andrea ist ein Wettkampftyp, ich habe es ihr zugetraut", meinte die stolze Trainerin.

Mit Weltrekord brillierte die neunfache Paralympics-Siegerin Marianne Buggenhagen im Diskuswerfen. Doch nach Gold mit der Kugel reichten die 27,57 m (1078 Punkte) gegen die stärker behinderte Chinesin Ting Wang mit 16,47 m (1091) nur zu Silber. "Sie hat ehrlich gewonnen, das ist kein Problem für mich", sagte die 51 Jahre alte Querschnittsgelähmte, die auch noch im Speerwurf antritt.

Mit einem geliehenen Pferd ritt Hannelore Brenner (Hemsbach) in der Dressur auf einen exzellenten Silberrang. Weil ihr Pferd Fabiolo wegen einer Huflederhautentzündung außer Gefecht ist, stieg sie auf Roquefort um. "Sie war die Goldkandidatin, aber unter den Umständen ist das eine große Leistung", sagte Arno Schade, Pressesprecher des deutschen Teams.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%