Olympische Spiele 2012
Düsseldorf will mit "Spielen der Nachhaltigkeit" überzeugen

Mit dem zentralen olympischen Campus direkt am Rhein, einer begeisterungsfähigen Millionen-Bevölkerung im Herzen Europas und einem enormen Bestand an Sportstätten wirbt die Region Rhein-Ruhr mit dem Zugpferd Düsseldorf um Olympia 2012.

HB/dpa DÜSSELDORF. Das stichhaltigste Argument für die Prüfungskommission des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) sind für Nordrhein-Westfalens Sportminister Michael Vesper jedoch die "Spiele der Nachhaltigkeit". Der Grünen-Politiker garantierte den elf NOK-Evaluatoren vor Beginn der zweitägigen Detail-Prüfung am Freitag eine optimale Nachnutzung der potenziellen Olympia-Einrichtungen.

"Was wir schon haben und noch errichten werden, können und werden rund elf Mill. Menschen nachhaltig nutzen", sagte Vesper. Die Region bringe alle Voraussetzungen mit, "wir wollen der Kommission zeigen, dass unsere Bewerbung in allen Bereichen optimal ist". Auch Heide Ecker-Rosendahl, Präsidentin des Düsseldorfer Bewerbungskomitees, sieht die Vorteile für Rhein-Ruhr in der Struktur. "80 % der notwendigen Sportstätten stehen bereits, im Prinzip könnten wir schon jetzt anfangen." Auch für die Doppel- Olympiasiegerin von 1972 soll sich 40 Jahre nach München ein Kreis schließen: "Olympia 2012 in Düsseldorf und in dieser wunderbaren Region - für mich würde sich ein zweiter ganz großer Traum erfüllen."

Neues Olympiastadion in Düsseldorf

Nur fünf der 43 erforderlichen Wettkampfstätten müssten speziell für die Spiele neu gebaut werden, unter anderem das Olympiastadion in Düsseldorf. Im Januar 2003 ist Grundsteinlegung für die neue Multi- Funktionsarena an Stelle des abgerissenen Rheinstadions. Die neue Arena ist vorerst für rund 50 000 Besucher geplant und soll zu einer späteren olympischen Nutzung auf 80 000 erweitert werden.

Einen Nachteil durch die rund 160 km auseinander liegenden Sportstätten zwischen Aachen (Reiten) und Dortmund (u.a. Fußball, Handball, Gewichtheben) erkennt Vesper nicht. "Alle Wettkampfstätten können innerhalb von 45 Minuten erreicht werden, 70 % sogar in 30 Minuten." "Hinter dieser Bewerbung stehen 22 Städte und Kreise. Das ist einmalig", sagte am Freitag Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin.

NOK-Präsidentschaftskandidat Klaus Steinbach lobte als Kommissions-Mitglied Düsseldorf und die zuvor geprüften Bewerber Hamburg, Stuttgart und Frankfurt: "Wir sind überall auf höchste Kompetenz gestoßen." Die Gruppe um den Kommissionsvorsitzenden Dieter Graf Landsberg-Velen beendet am 1./2. November in Leipzig ihre Deutschland-Reise.

Demonstrationen von Landwirten

Getrübt wurde die Stimmung durch eine Demonstration von Landwirten des Aktionsbündnisses "Hände weg von den Rheinauen". Die Bauern fürchten durch den Bau des Olympischen Dorfes oder anderer Olympia- Anlagen im Düsseldorfer Stadtteil Lörick Schäden für ihre Betriebe oder die Umwelt. "Bauern ole, Olympia ade" war am Freitag auf Spruchbändern zu lesen. Dennoch findet die Rhein-Ruhr-Bewerbung bei der NRW-Bevölkerung großen Anklang. Nach einer jetzt veröffentlichten Repräsentativ-Umfrage des Polis-Instituts München unter 1750 NRW- Bürgern halten 77 % der Befragten die Bewerbung für eine "gute Sache".

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