Omar weiter auf der Flucht: AIP: 30 Dorfbewohner bei US-Angriff getötet

Omar weiter auf der Flucht
AIP: 30 Dorfbewohner bei US-Angriff getötet

Bei den ersten US-Luftangriffen seit Beginn des neuen Jahres auf vermutete Taliban-Verstecke sind nach Angaben der afghanischen Nachrichtenagentur AIP am Freitag über 30 Dorfbewohner getötet worden.

dpa WASHINGTON/ISLAMABAD. Das Pentagon bestätigte die Angriffe mit B-52 Bombern, nannte das Ziel jedoch eine Anlage des Talibanführers. Der oberste Führer der entmachteten Taliban, Mullah Mohammed Omar, ist weiterhin auf der Flucht, und das Pentagon verstärkte die Suche nach ihm mit Flugblättern und einer Fotomontage.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AIP wurden bei dem Angriff zwei Dörfer schwer beschädigt, weshalb die Opferzahl noch steigen könne. Ziel der Luftattacken sei die Stadt Zhawar in der östlichen Provinz Khost gewesen, wo der ranghohe Taliban-Anführer Maulana Dschalaluddin Hakkani vermutet wurde, meldete AIP weiter.

Ein Pentagonsprecher erklärte, die B-52-Bomber hätten gegen 8.00 Uhr MEZ am Freitag erneut angegriffen, nachdem sie die Anlage bereits am Donnerstag bombardiert hatten. Generalstabschef Richard Myers teilte mit, die Taliban-Anlage bei Khowst in der Nähe der pakistanischen Grenze sei ein Ausbildungslager gewesen, an dem El- Kaida-Mitglieder sich neu formiert hätten.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Donnerstag die Entschlossenheit der USA unterstrichen, Mullah Omar und den Terroristenführer Osama bin Laden zu fassen. "Wir beabsichtigen, sie zu finden. Wir beabsichtigen, sie zu ergreifen oder zu töten", sagte Rumsfeld im Pentagon.



Terrorwarnung verlängert

Nach Berichten amerikanischer Fernsehsender aus Afghanistan hält sich Omar weiterhin in der Region Baghran in der Provinz Helmand verschanzt. Das Pentagon wies am Freitag ARD-Berichte zurück, wonach Omar gefasst worden sei. Dazu liege ihm nichts vor, sagte ein Sprecher. Im Nachrichtensender CNN sagte ein afghanischer Geheimdienstoffizier in Kandahar, Omar halte sich nach jüngsten Erkenntnissen noch immer bei Baghran auf. Der afghanische Minister für Wiederaufbau, Amin Farhang, hatte am Donnerstagabend in den ARD - "Tagesthemen" erklärt, er habe gehört, dass Omar festgenommen worden sei.

In den USA wurden Berichte über Verhandlungen mit etwa 1500 Talibankämpfern in der Region Baghran über eine Kapitulation und die Übergabe Omars angezweifelt. US-Regierungsvertreter wurden in der Presse mit dem Verdacht zitiert, die Verhandlungen dienten nur als Ablenkung, um Omar die Flucht zu ermöglichen.

Das Verteidigungsministerium in Washington ließ unterdessen in Afghanistan Flugblätter verteilen, in denen ehemalige El-Kaida - Kämpfer aufgefordert werden, Hinweise über den Aufenthaltsort ihres Anführers Osama bin Laden zu geben. In dem Text heißt es, der Terroristenführer habe sie verraten. Auf der Rückseite ist eine Fotomontage zu sehen, wie Bin Laden mit Schnurrbart aussehen könnte. Statt seiner üblichen Kampfkleidung trägt er auf dem Foto eine helle Anzugjacke.

Die USA bauen unterdessen für gefangene El-Kaida - und Taliban- Kämpfer auf ihrem Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba sichere Gebäude. "Das sind harte Fälle", sagte Rumsfeld und erinnerte an den blutigen Gefangenenaufstand in Masar-i-Scharif in Nord-Afghanistan. Die Männer sollten unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen nach Guantanamo transportiert und eingesperrt werden. Bisher befinden sich etwa 250 in amerikanischer Gefangenschaft, die meisten (225) in Kandahar.

In den USA verlängerte die Bundeskriminalbehörde FBI unterdessen ihre Terrorwarnung bis zum 11. März. Die Bürger wurden damit zu verstärkter Aufmerksamkeit aufgefordert. 18 000 Polizeidienststellen im ganzen Land wurden alarmiert. In der Warnung heißt es, es gebe weiterhin zahlreiche Hinweise auf eine Bedrohung. Die Verlängerung bis zum 11. März bedeutet, dass die Warnung noch während der Olympischen Spiele in Salt Lake City gilt. Zudem ist es dann an diesem Tag genau sechs Monate her, dass die Terroranschläge in den USA verübt wurden.

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