Omeprazol-Generikum
Schwarz Pharma sieht Gewinnprognosen in Gefahr

Der Pharmakonzern Schwarz Pharma kann möglicherweise wegen Konkurrenz für sein umsatzstarkes Magenmittel Omeprazol in den USA seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für das laufende Jahr nicht einhalten. Nach der Ankündigung des Verkaufsstarts von Omeprazol durch US-Konkurrent Mylan Laboratories brach die Aktie des Monheimer Arzneimittelherstellers um mehr als ein Fünftel ein.

Reuters DÜSSELDORF. Eine Sprecherin von Schwarz Pharma sagte am Montag, sie könne die Prognosen für das Jahr 2003 derzeit nicht bestätigen, da die Auswirkungen des Vorgehens von Mylan noch nicht abzuschätzen seien. "Es wäre unseriös, jetzt in die Kristallkugel zu schauen", unterstrich sie. Der Schritt von Mylan könne Auswirkungen auf das Geschäft von Schwarz Pharma haben - oder auch nicht. Die Schwarz-Pharma-Aktien lagen am Nachmittag 22 % im Minus bei 30,89 ?.

Das US-Unternehmen Mylan Laboratories hatte zuvor mitgeteilt, mit dem Verkauf von Omeprazol in zwei verschiedenen Dosierungen begonnen zu haben. Nach Angaben eines AstraZeneca-Sprechers gibt es noch ein schwebendes Verfahren um Omeprazol zwischen Mylan und dem britisch-schwedischen Konzern. AstraZeneca hatte mit millionenschweren Schadenersatzklagen gedroht, falls Mylan mit dem Produkt auf den Markt geht.

Erst vor kurzem hatte Schwarz Pharma dank Omeprazol den Konzerngewinn im zweiten Quartal vervielfacht und eine Erhöhung der Gewinnprognose für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt. Die mögliche Anhebung des Gewinnziels hänge von der Erschließung neuer Marktpotenziale für das Magenmittel ab, hatte Finanzchef Detlef Thielgen vor Analysten nach der Vorlage des Halbjahresberichts gesagt. Bislang hatte das Unternehmen für 2003 einen Jahresüberschuss von 250 Mill. ? erwartet bei einem Konzernumsatz von 1,9 Mrd. ?. Im zweiten Quartal war der Überschuss dank des Magenmittels um mehr als das 19fache auf 88,6 Mill. ? gestiegen und damit noch stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz erhöhte sich in diesem Zeitraum um 134 % auf 509,9 Mill. ?.

Nach dem Sieg in einem wichtigen Patentstreit um das Magenmittel Prilosec mit dem Wirkstoff Omeprazol gegen AstraZeneca hatte Schwarz Pharma Anfang Dezember ein eigenes Nachahmerprodukt Omeprazol in den USA auf den Markt gebracht. Seit der Markteinführung des ersten Prilosec-Nachahmerprodukts in den USA hatte das einst bestverkaufte AstraZeneca-Medikament Prilosec massiv bei den US-Marktanteilen verloren.

Schwarz Pharma hatte kürzlich den gesamten US-Markt der so genannten Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPI) auf ein Volumen von etwa zehn Mrd. Dollar geschätzt. Über 15 Mill. Patienten nehmen diese Mittel zur Säurehemmung bei Sodbrennen und Magen-Darm-Geschwüren. Gemessen an den Verschreibungen liege der Anteil von Schwarz Pharma an diesem Markt in den USA bei rund 15 %, hatte Firmensprecherin Antje Witte Ende Juli gesagt.

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