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Online-Anbieter freuen sich auf Weihnachten

Nach Prognosen von Marktforschern werden Online-Shops ihre Einnahmen aus dem diesjährigen Weihnachtsgeschäfts im Vergleich zu 1999 verdoppeln.

Reuters BERLIN. Voller Vorfreude sehen die Online-Shops dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft entgegen. Denn nach Prognosen von Marktforschern steht ihnen in diesem Jahr ein enormer Umsatz ins Haus, wie es ihn noch nie gegeben haben soll. "Online-Shopping gehört mittlerweile zum guten Ton. Das wird sich beim Weihnachtseinkauf deutlich zeigen", sagt die Online-Marktforscherin Susanne Fittkau. Nach einer aktuellen Umfrage ihres Beratungsunternehmens Fittkau und Maaß unter rund 70 000 Internet-Nutzern könnten sich im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 1999 die Einnahmen verdoppeln. Sie warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen der Anbieter. "Auch dieses Jahr werden viele Käufer das Internet nur als Such-Medium benutzen. Die Deutschen sind einfach vorsichtig."

Den Ergebnissen der Studie zufolge planen mehr als 90 % der Befragten, das Internet für Weihnachtseinkäufe zu nutzen. 60 % der Befragten wollen demnach mit den Web-Informationen vor allem ihren Ideenschatz aufbessern."Aber ob das Interesse auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, wird für viele Dot-Com-Firmen über Sein oder Nichtsein entscheiden," sagt Fittkau.

"Das Jahr 2000 ist das Jahr der Wahrheit", sagt auch der Online-Forscher Frank Wagner von der Marktforschungsfirma TNS Emnid. Die Zahl der Internetnutzer sei zwar deutlich gestiegen und liege derzeit bei etwa 30 % der Erwachsenen in Deutschland - mit ihr sei aber auch die Zahl der entsprechenden Shops gewachsen.

Dessen scheinen sich auch die Online-Anbieter bewusst zu sein. Sie kämpfen mit Werbung, Sonderangeboten, Gewinnspielen und Zusatzleistungen um die Käufergunst. "Wir haben bereits im Herbst mit einer Werbekampagne gestartet", sagt der Geschäftsführer der Online-Buchhandlung libri.de, Lars Kilander. Um potenzielle Käufer zu locken, biete sein Versandhandel auch diverse Serviceleistungen wie die kostenfreie Verpackung von Geschenken oder den Druck von individuellen Texten für Weihnachtskarten. Bei 1500 bis 2000 Buchhändlern im Netz sei ein Konkurrenzkampf jedoch nicht ausgeschlossen."Der Kuchen ist einfach nicht groß genug für alle", sagt Kilander. Kleinere Anbieter haben es da besonders schwer. "Die Verpackung von Geschenken würde unsere Logistik sprengen", sagt Michael Anders von anders-online.de. Seine Firma bietet im Internet ungewöhnliche Geschenkideen an.

Noch im vergangenen Jahr kam nach einer Studie der Unternehmensberatung Andersen Consulting fast jedes vierte Online-Weihnachtsgeschenk nicht pünktlich beim Kunden an. Von den europaweit 162 untersuchten Sites hätten beispielsweise nur 25 % ihre Kunden darüber in Kenntnis gesetzt, ob das bestellte Produkt überhaupt vorrätig sei oder nicht. Die virtuellen Shops seien aber in den vergangenen Monaten erheblich zuverlässiger geworden, heißt es in der Studie weiter.

Auch das US-Technologie Gartner Group Inc. -Beratungsunternehmen sieht das bevorstehende Weihnachtsgeschäft im Internet optimistisch. Gartner hat europaweit sogar eine Verdopplung des Umsatzes vorausgesagt. Unternehmensangaben zufolge könnte der Verkauf von Weihnachtsgeschenken im Internet demnach rund 5,4 Mrd. US-Dollar (rund 12,4 Mrd. DM) einbringen.

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