Online-Broker
Comdirect nach Zahlen und Analystenempfehlung gefragt

Im dritten Quartal hatte der Online-Broker konzernweit einen Verlust von 9,6 Millionen Euro und in den ersten neun Monaten von 46,4 Millionen Euro ausgewiesen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien der Comdirect waren am Freitag im vormittaglichen Handel begehrt, nachdem der Online-Broker zuvor überraschend gute Zahlen vorgelegt hatte. Das im Nemax-50 notierte Papier zog bis 10.18 Uhr um 4,27 Prozent auf 11,00 Euro an, während das Börsenbarometer um 0,82 Prozent auf 1 247,26 Punkte kletterte.

"Ich bin mit den Zahlen glücklich", so der Kommentar von Merck-Finck-Analyst Alexander Kachler. Comdirect hatte im dritten Quartal konzernweit einen Verlust von 9,6 Millionen Euro und in den ersten neun Monaten von 46,4 Millionen Euro ausgewiesen. Damit hatten die Online-Broker über den Erwartungen der Analysten gelegen.

"Ich werde angesichts dieser Zahlen meine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie von minus 50 Cent, die seit Jahresanfang steht, eventuell leicht verbessern. Bei DAB und ConSors musste ich die Schätzunge je einmal nach unten revidieren", sagte der Analyst.

Konsequente Kostenkürzungen

"Das liegt vor allem daran, dass die Comdirect konsequenter daran gegangen ist, ihre Kosten zu kürzen", sagte Kachler. So hatte die Bank ihren Verwaltungsaufwand von 64,8 Millionen im zweiten Quartal auf 41,20 Millionen Euro im dritten Quartal gesenkt. Anders als etwa bei ConSors habe das Management realistischer geplant. Bei Consors war man noch zu Anfang des Jahres davon ausgegangen, dass sich das Geschäft zum zweiten Halbjahr besser entwickeln werde. "Vielleicht liegt der Vorteil der comdirect aber auch darin, dass in den Vorstandsetagen die erfahreneren Banker sitzen", sagte Kachler.

Nachdem in den vergangenen Tagen Gerüchte um Fusionen und Reintegration der Direkt-Banken in ihre Konzernmütter die Runde machten, schätzt Kachler nun nach den positiven Zahlen, dass für die comdirect dieses Thema vom Tisch ist. "Die Commerzbank hat gesagt, dass die Rückintegration für sie kein Thema ist. Und bei den Zahlen dürfte comdirect wohl eigenständig bleiben", so Kachler.

Positiv auf die Zahlen reagierte auch die die West-LB Panmure. Experte Johannes Thormann stufte die Comdirect-Aktie prompt am Freitagmorgen von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Er rechnet jetzt damit, dass sich das Papier um 10 bis 20 Prozent besser entwickeln wird als der Index. "Für die Marktbedingungen sind das starke Zahlen", sagte er.

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