Online-Broker profitabel aufgestellt
Comdirect sieht Potential in Fusion mit der DAB

Der Vorstandsvorsitzende der Comdirect-Bank AG, Achim Kassow, würde ein Zusammengehen mit der Münchener DAB Bank begrüßen.

vwd QUICKBORN. Auf die Frage nach möglichen Szenarien für Comdirect angesprochen, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der Agentur vwd, dass ein Zusammengehen "eine Menge strategischen Sinn" ergebe. "Man braucht kein Philosoph zu sein, um zu erkennen, dass dahinter große Synergien stecken", führte Kassow aus.

Man müsse vor allem darüber nachdenken, wie man aus dem deutschen Markt Überkapazitäten heausnehmen könne. In welcher Form dies geschehe, sei aber natürlich eine Frage der Mütter Commerzbank AG, Frankfurt, und HypoVereinsbank AG, München. Durch eine Fusion würde eine Gesellschaft entstehen, die im Online-Brokerage auf einen Marktanteil von über 35 Prozent kommt. Derzeit betreut die Comdirect 20,2 Prozent und die DAB 15,3 Prozent der Kunden.

Aber auch ein Alleingang sei durchaus denkbar und Kassow sieht den Online-Broker dafür profitabel aufgestellt. Im mittelfristigen Szenario für die nächsten zwei bis drei Jahre wird bei den Kundenzahlen von einer Seitwärtsbewegung ausgegangen. Die Ertragsphantasie für das Unternehmen entsteht daher aus zwei Entwicklungen: Einerseits wird laut Kassow die Nutzungsintensität der Bestandskunden steigen und andererseits der Anteil des in Wertpapiere investierten Privatvermögens erhöht. Daher sei das "zentrale Ziel" im kommenden Jahr, neben dem im September gestarteten Kostenprogramm ein Marktprogramm zu setzen.

Dabei sei vor allem an den Ausbau des Kundenservice sowie der Funktionalität des Angebotes gedacht. So sollen verstärkt Beratungsangebote im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel eine verbesserte Navigationshilfe rund um das Thema Anlagen. Gedacht werde unter anderem an die Möglichkeit, Analysen sämtlicher Institute zu Wertpapieren strukturiert zur Verfügung zu stellen. "Der Kunden muss das Gefühl bekommen, sich mit den angebotenen Tools selbstbestimmt im Aktienbereich weiter vorwagen zu können".

Das Thema "Ich investiere online" werde auf jeden Fall für eine signifikante Bevölkerungsgruppe das Thema der Zukunft bleiben, zeigte sich Kassow überzeugt, auf das richtige Geschäftsmodell zu setzen. Generell müssten Online-Broker nicht nur eine Transaktions-Plattform sein, sondern dem Kunden die Möglichkeit geben, sein eigener Aktien-Manager zu werden. "Es geht nicht darum, den 35. Börsenplatz in irgendeiner Ecke der Welt zu erfinden. Damit erhält man vielleicht ein Prozent mehr Marktabdeckung".

Wichtig sei, den Kunden bei der Strukturierung seines Portfolios zu unterstützen. Dabei solle die Beratung in den Banken nicht kannibalisiert, aber zumindest ein Teil übernommen werden.

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