Online-Broker will 500 000 Kunden zum Jahresende
Maxblue strebt in europäische Spitzengruppe

Der neue Online-Broker der Deutschen Bank, Maxblue, will bis zum Jahresende rund 500 000 Kunden betreuen. Damit würde er zu den großen Spielern in Europa zählen. Die Deutsche Bank 24 legte im Jahr 2000 kräftig zu.

FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank AG will mit ihrem neuen Online-Broker Maxblue in die Spitzengruppe der deutschen und europäischen Direktbankenszene aufrücken. Bis Ende des Jahres soll Maxblue rund 500 000 Kunden betreuen. Damit würde der Direkt-Broker zu den Marktführern aufrücken. Zum Vergleich: Comdirect betreute per 31. März 2001 rund 600 000 Kunden europaweit, Consors 539 000 Kunden und die Direkt Anlage Bank rund 464 000. Damit rangieren die drei Häuser sowohl in Deutschland als auch in Europa vorne.

Derzeit zählt der Kundenstamm des aus Brokerage 24 hervorgehenden pan-europäischen Online-Brokers 280 000 Kunden. Die 220 000 Neukunden sollen je zur Hälfte aus dem eigenen Konzern und von außen kommen. "Es muss zum allgemeinen Selbstverständnis werden, dass Konten online geführt werden", sagte Herbert Walter, Vorstandssprecher der Deutschen Bank 24. Von daher würden Kunden des Deutsche-Bank-Konzerns gezielt angesprochen, Konten via Internet zu führen und über Maxblue zu ordern. Mit den 100 000 Neukunden, die von außen gewonnen werden sollen, läge Maxblue im Marktschnitt. Sowohl Comdirect als auch Consors und die Direkt Anlage Bank rechnen im laufenden Jahr mit einer ähnlichen Zahl.

Walter zeigte sich zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Allein in den ersten beiden Tagen seit dem Start von Maxblue am 1. April wurden 6 000 neue Kunden bei dem Online-Broker registriert. In der ersten Woche rechnet Walter mit 15 000 Neukunden. In gleicher Weise seien auch die Konteneröffnungen bei der Deutschen Bank 24 gestiegen. Dies zeige, dass die Kunden den integrierten Ansatz von Maxblue verstanden hätten, sagte Walter. Neben Deutschland ist Maxblue am 1. April auch in Spanien an den Start gegangen. Im laufenden Jahr soll der Markteintritt in weiteren europäischen Ländern folgen, wahrscheinlich in Italien und Frankreich.

Bis 2004 wolle Maxblue rund 1,5 Millionen Kunden zählen und einen Gewinn von 400 Millionen Euro erwirtschaften, führte Hermann-Josef Lamberti, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, aus. Die Investitionskosten für Maxblue belaufen sich auf rund 140 Millionen Euro. Durch die Überleitung vom alten Angebot Brokerage 24 auf Maxblue werde der neue Online-Broker schon in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben, betonte Lamberti.

Consors schüttete als erster Online-Broker Dividende aus

Der Wettbewerber Comdirect hat wegen der hohen Kosten für die europäische Expansion für 2001 einen Verlust angekündigt. Die Direkt Anlage Bank wies per Ende 2000 einen Fehlbetrag von 3,9 Millionen Euro aus. Consors hingegen verdoppelte seinen Jahresüberschuss auf rund 17 Millionen Euro und schüttete als erster Online-Broker eine Dividende aus.

Maxblue läuft nicht als eigenständige AG, sondern ist Teil der Deutsche Bank 24. Der Online-Broker wird die Online-Handelsplattform der gesamten Gruppe sein und soll allen Kunden des Deutsche-Bank-Konzerns offenstehen. Zielgruppe von Maxblue sind vermögende Online-Kunden der zweiten Welle. Die größten Stärken sehen die Verantwortlichen im integrierten Ansatz und der engen Verzahnung von Online- und Filialgeschäft. "Der Brokerage-Einsteiger kann sich über die Filialbank informieren und dort einfach und bequem ein Maxblue-Depot eröffnen. Das bietet kein Wettbewerber", so Lamberti. Die anderen Online-Broker in Deutschland haben die Notwendigkeit eines Offline-Auftritts ebenfalls erkannt und gehen alle dazu über, so genannte Anlage- oder Investment-Zentren zu gründen. Die über Maxblue realisierten Erträge werden den jeweiligen Geschäftsbereichen, also zum Beispiel dem Private Banking zugerechnet, betonte Lamberti.

Die Deutsche Bank 24 hat im Geschäftsjahr 2000 das operative Ergebnis auf 380 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Mutter freut sich über abgeführte Gewinne in Höhe von rund 296 Millionen Euro, nach knapp 38 Millionen Euro im Vorjahr. Bei einem geringen Anstieg der Kosten legten Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss zu. Die Aufwandertrags-Relation verbesserte sich auf 80,1 nach 89,5 %. Die Eigenkapitalrendite stieg von 2,0 % auf 20,4 %. Sie liegt damit unter dem Konzernziel von 25 %.

Die Bilanzsumme der Deutschen Bank 24 stieg um rund 5 % auf 48,26 Milliarden Euro. Vom gesamten Kunden-Kreditvolumen in Höhe von 41,23 Milliarden Euro entfallen mehr als zwei Drittel auf Baufinanzierungen.

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