Online-Dienst will Festnetzsparte von Mutterfirma kaufen
Freenet will sich von Mobilcom abnabeln

Der Online-Dienst Freenet.de AG will nach der Übernahme der Festnetzsparte von der Muttergesellschaft Mobilcom eigenständiger werden.

lip HAMBURG. "Es ist vorstellbar, dass die Mobilcom AG bereits im Laufe der nächsten zwölf bis 24 Monate ihren Anteil an Freenet von derzeit rund 76 auf unter 50 Prozent verringert", sagte Eckhard Spoerr, Vorstandschef des Hamburger Unternehmens.

Dabei gebe es zwei Optionen: Zum einen könnte Mobilcom einen Teil des Aktienpakets an der Börse plazieren. Anderseits könnte Freenet-Aquisitionen mit Aktien der Muttegesellschaft finanzieren. In beiden Fällen würde sich der Streubesitz des Online-Dienstes erhöhen. Dies ermöglichte die Aufnahme des Neuen-Markt-Unternehmens in den Nemax 50. Dies werde derzeit durch den geringen frei an der Börse handelbaren Aktienbestand verhindert. Die Nachricht gab der Notierung am Donnerstag Auftrieb. Sie kletterte um mehr als 5 % auf rund 10,60 Euro.

Voraussetzung für eine veränderte Aktionärsstruktur ist die Übernahme der Festnetzsparte. Dazu laufen die Verhandlungen mit Mobilcom auf Hochtouren. Der Freenet-Chef erwartet zwar in den nächsten Wochen einen Abschluss. Die Transaktion könne aber auch scheitern, wenn man sich über Bewertungsfragen nicht einigen könne.

Der Erwerb der Festnetzsparte soll über eine Kapitalerhöhung per Sacheinlage erfolgen. Dadurch würde sich der Mobilcom-Anteil an Freenet "leicht erhöhen", sagte Spoerr. Sollte der Kauf vollzogen werden, vervielfältigt sich der Freenet-Umsatz von rund 25 Mill. Euro in 2001 auf 0,5 Mrd. Euro. Wie sich hierdurch der Ertrag verbessert, wollte Spoerr nicht sagen. Er strebt im 4. Quartal 2002 - ohne die Festnetzsparte - ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) an. Im vergangenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Konzernfehlbetrag auf rund 8 Mill. Euro.

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