Online-Musikvertrieb zentrales Thema der Popkomm
Die alten Großen der Musikbranche wollen wieder modern sein

Auf der Popkomm kündigten die Musikkonzerne eigene Onlineprojekte an. Während Musik-Tauschbörsen wie Napster indes schon beachtliche Transaktionsvolumen abwickeln, befinden sich die Projekte der Label noch im Versuchsstadium.

ap KÖLN. Die Musikbranche ist entschlossener denn je, der Gratis-Konkurrenz aus dem Internet die Stirn zu bieten: Zum Abschluss der weltweit größten Musikmesse Popkomm am Samstag in Köln kündigten mehrere Unternehmen Online-Initiativen und Pilotprojekte im Kampf gegen das illegale Herunterladen und Kopieren von Musik an. "Die Branche hat in diesen Tagen deutlich gemacht, dass sie bereit ist zu handeln", bilanzierte Veranstalter Uli Großmaas auf der Popkomm, zu der rund 18 000 Fachbesucher aus über 50 Ländern angereist waren.

Da gibt es etwa das Projekt "musicdownload24" der Bertelsmann-Tochter BMG, auf dem ab September mehrere hundert Titel zum Herunterladen gegen Gebühr bereitliegen sollen. Dank einer Initiative des Hamburger Label Universal wird sich der Kunde in ausgewählten Plattenläden die eigene CD mit Lieblingstiteln brennen lassen können. Und auch der Bundesverband der phonographischen Wirtschaft ließ sich etwas einfallen: Für mehrere Wochen wurde eine Webseite eingerichtet, auf der die Besucher auf unterschiedlichste Weise am Musikbusiness teilnehmen können.

Diese Aktionen gelten aber nach Brancheneinschätzung noch als Pilotprojekte. Noch mindestens ein halbes Jahr wird es dauern, bis die ersten Online-Vertriebsformen auf breiterer Basis anlaufen. Ob sie sich dann gegen die bereits etablierten und kostenlosen, aber größtenteils illegalen Online-Tauschbörsen wie Napster durchsetzen können, muss sich noch zeigen.

Wie wichtig das Thema Internet für die Musikwirtschaft ist, zeigte auch die wachsende Zahl an Online-Firmen, die als Aussteller zur Messe kamen. Dieses Jahr gehörten rund 200 der insgesamt 924 angemeldeten Unternehmen zu dieser Branche. Beachtlich auch der Gesamtanteil ausländischer Aussteller: Erstmals überwog dieser Bereich mit knapp 54 %.

Die Popkomm betrat in ihrem 12. Jahr gleich mehrfach neues Terrain: Die Vergabe des Viva-Medienpreises wurde als Event an die Expo abgetreten, dafür schaffte die Veranstaltung mit der Popkomm-Gala Stars 2000 zur besten Sendezeit den Sprung in die ARD.

Börsenrelevantes wurde erstmals bei einem Analysten- und Investorentreffen im Kongresszentrum auf dem Messegelände besprochen. Das Düsseldorfer Investor-Relations-Unternehmen Haubrok hatte börsennotierte Firmen der Medienbranche eingeladen, sich während der Popkomm interessierten Geldgebern zu präsentieren. Haubrok-Geschäftsführer Michael Kempkes zeigte sich anschließend zufrieden mit dem Verlauf des so genannten Investor Days und kündigte an, die Veranstaltung im kommenden Jahr zu wiederholen.



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