Online-Shops für Spielwaren
Zebralino-Wettbewerber sehen neue Konkurrenz gelassen

Die Ankündigung von Kaufhof und Metro, ein eigenes Online-Kinderportal zu starten, versetzt die Wettbewerber nicht in Panik. Sie verweisen auf den schwachen Start der Metro-Tochter Primus Toys. US-Wettbewerber spielen im Markt derzeit noch keine große Rolle. Zunehmen werden Partnerschaften zwischen Offline- und Onlinehandel.

jgo DÜSSELDORF. "Wir haben seit langer Zeit mit dem Rückschlag der etablierten Unternehmen gerechnet, sehen die Entwicklung aber mittlerweile gelassen", sagte Oliver Beste, Gründer von my Toys im Gespräch mit Handelsblatt.com. Das im August 1999 mit Venture Capital gegründete Unternehmen sieht sich mit einem durchschnittlichen Bestellvolumen von etwa 600 Lieferungen am Tag als Marktführer in Deutschland. Anfangs habe Mytoys vor allem den Metro-Ableger Primus Toys gefürchtet, sagte Beste. "Dann haben wir aber festgestellt, dass dieser Anbieter im Markt kaum wahrnehmbar war."

Auch Martin Knabenreich, Pressesprecher bei Alltoys, sieht keinen Anlass zu größerer Besorgnis. Knabenreich glaubt vielmehr, dass "etwas Bewegung" dem Markt insgesamt nützen werde. Noch vor wenigen Monaten hätten die deutschen Unternehmen befürchtet, in einen heftigen Wettbewerb mit amerikanischen Unternehmen zu treten. Seitdem bekannt geworden sei, dass das amerikanische Unternehmen E-Toys den Sprung nach Europa abgeblasen habe und auch mit einem Markteintritt von Amazon in diesem Segment nicht zu rechnen sei, habe sich die Lage entspannt. Um den Online-Shop Webjumbo, einen amerikanischen Anbieter, der mit Niedrigpreisen den Markt aufrollen wollte, sei es still geworden, sagt Knabenreich. Mit einem täglichen Bestellvolumen im "kleinen dreistelligen" Bereich und besonders ausgefeilten Service-Angeboten sei Alltoys in jedem Fall für den Wettbewerb gerüstet. Knabenreich sagte, er hoffe auf einen guten Wettbewerber, denn schlechte Kundenerfahrungen schlügen auf die gesamte Branche durch.

Kooperation mit Offline-Handel gewinnt an Bedeutung

Die Kooperation von Online-Handel und Offline-Handel - Zebralino-Käufer können die online bestellte Ware in jeder Kaufhof-Filiale umtauschen - bezeichnete Knabenreich als "interessant". Bei den Baby-Artikeln sei auch Alltoys bereits eine Kooperation mit einer Handelskette eingegangen. Dass Partnerschaften mit Unternehmen aus der Offline-Welt an Bedeutung gewonnen haben, bestätigt auch Mytoys-Geschäftsführer Beste. Seiner Ansicht nach sind sie für den Erfolg im B2C-Markt unabdingbar, da sie einem Start-up beispielsweise Zugang zu großen Kundengruppen ermöglichten. In der Partnerschaft mit dem Versandhaus Otto sieht Beste indes "deutliche Logistikvorteile gegenüber dem Kaufhof".

Wenig plausibel findet Beste die Entscheidung, ein Portal mit einem eigenen Namen zu gründen. "Die Lektion, die Karstadt-Quelle mit My World machen musste, war doch sehr klar", sagt er. Der Aufbau einer eigenen Marke sei schwierig und kostspielig. Er glaube daher, dass der Kaufhof das Angebot schon bald auch als Submarke vermarkten werde.

Michael Gimber, Vorstand für Einkauf und Logistik bei Toyzone, hält die eigenständige Markenstrategie des Portals hingegen nicht für abwegig. Zebralino sei ein sehr spezielles Angebot, das der Kunde nicht unter kaufhof.de erwarten werde. Gimber sagte, sein Unternehmen sei zwar auch Wettbewerber, stehe mit dem Portal aber nicht in vergleichbarem Konkurrenzkampf wie Alltoys oder Mytoys, da sich das Toyzone-Angebot an Kunden aller Altersgruppen richte.

Hochsaison für die Online-Shops ist die Weihnachtszeit

In der Branche werden die kommenden Monate als entscheidend angesehen. Laut Beste ist in absehbarer Zeit mit einer Konsolidierung zu rechnen. Der Markt habe nur Platz für 3 bis 4 Unternehmen, das werde sich bald zeigen. Knabenreich zufolge machen Online-Shops in den Monaten Oktober, November, Dezember bis zu zwei Drittel des Jahresumsatzes. Auch das Bestellvolumen, das über das Jahr gerechnet bei Alltoys etwa 100 DM pro Bestellung betrage, nehme in der Weihnachtszeit zu. Auch Konkurrent Mytoys stellt sich auf einen Nachfrageschub ein. In der Weihnachtszeit sollen bis zu 15 000 Lieferungen am Tag bewältigt werden, sagte Beste im Gespräch mit Handelsblatt.com.

Auf jeden Fall vermeiden will die Branche ein Debakel wie beim amerikanischen Unternehmen Toysrus im Vorjahr. Das Unternehmen war im Weihnachtsgeschäft vom Erfolg der eigenen Werbekampagne überrollt worden. Lieferengpässe- und Ausfälle waren die Folge und hatten Zweifel an der Praxistauglichkeit der Online-Shops geweckt.
Toyzone-Vorstand Gimber glaubt, dass die Branche inzwischen gelernt hat. "Viele haben die Anforderungen unterschätzt. Auch ein Unternehmen, das über Erfahrung mit dem bundesweiten Vertrieb von Produkten hat, muss beim E-Commerce umdenken. 30 000 Kunden sind wie 30 000 Filialen; alle haben eigene Ansprüche und Wünsche." Andererseits hätten die Kunden häufig illusorische Vorstellungen gehabt: "Manche verwechseln E-Commerce mit einem Teilchenbeschleuniger." Inzwischen sei der Markt erwachsener geworden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%