Onlinedienst weiter tief in den roten Zahlen
T-Online ist auf dem Weg zum Medium

Der Onlinedienst der Deutschen Telekom, T-Online, will gegenüber seinen Nutzern künftig als Programmanbieter auftreten und damit das Internet als Medium neben Fernsehen, Radio und Zeitung etablieren. Für aufwändiger gestaltete Inhalte will das Unternehmen auch Geld verlangen.

dri BERLIN. Bei T-Online soll es künftig wie in einer Redaktion zugehen. Morgens schalten sich die Redakteure der verschiedenen Portale in einer Konferenz zusammen, und entscheiden, welche Aktivitäten sie auf T-Online, der Seite 1 sozusagen, präsentieren. So jedenfalls stellt sich Thomas Holtrop, Vorstandsvorsitzender der am Neuen Markt gelisteten Online-Tochter der Deutschen Telekom AG, die nahe Zukunft seines Unternehmens vor. Die Portale werden von den Joint-Ventures betrieben, die T-Online in den vergangenen Monaten abgeschlossen hat: mit dem ZDF für Nachrichten, mit der Bild-Zeitung für Unterhaltung und Sport, mit der Motorpresse für Autos, mit Daimler-Chrysler für Mercedes Fans. Für Wirtschaft und Finanzen sucht Holtrop nach einem Partner mit starker Marke unter den "Offline-Verlagen", wie er Printmedien nennt.

Das Internet-Medium T-Online soll dann für die Nutzer Geld kosten. Details wollte Holtrop auf der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz nicht nennen, es werde sich aber nicht um Abonnement-Angebote für ein Gesamtpaket T-Online handeln. "Kundenumfragen haben ergeben, dass die Nutzer allenfalls für Einzelangebote bereit sind zu zahlen", sagte Holtrop. Entsprechend komplexe Abrechnungssysteme für Pfennigbeträge müsse T-Online dafür aufbauen.

Schwarze Zahlen soll es 2003 geben

Bezahlte Inhalte sollen T-Online aus den tief roten Zahlen helfen. Als einzige Telekom-Sparte erreicht T-Online kein positives operatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Bei einem Umsatz von 539 Mill. Euro weist T-Online für das 1. Halbjahr einen Ebitda-Verlust von 123 Mill. Euro aus, der im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Holtrop bezeichnete es aber als Erfolg, dass der Verlust des zweiten Quartals mit 57 Mill. Euro um 14 % niedriger lag als der des 1. Quartals. Die Abschaffung der hohe Verluste bringenden Flatrate bezahlte T-Online mit Rückgängen im Internet-Zugangsgeschäft. Das Portalgeschäft mit Werbung und E-Commerce entwickelte sich hingegen positiv: Hier zogen die Erlöse gegenüber dem ersten Quartal um 17 % an. Allerdings macht der Bereich erst 15 % vom Umsatz aus, und die Hälfte der Werbung kommt von der Telekom.

Finanzvorstand Rainer Beaujean kündigte den Ebitda-Break-even für T-Online-Deutschland für das Jahr 2002 und für den Konzern einschließlich der Töchter Club Internet/Frankreich, Ya.com/Spanien sowie T-Online Schweiz und Österreich für 2003 an. Wann T-Online unter dem Strich einen Gewinn ausweisen werde, konnten Beaujean und Holtrop nicht sagen.

Holtrop sagte, die Internationalisierung werde sich in 4 bis 6 Jahren auszahlen. Heute erwirtschaften die Auslandstöchter bei einem Umsatzanteil von 10 % zwei Drittel des Ebitda-Verlustes.

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