Onlinetöchter werden mit Fachmedien verschmolzen
Bertelsmann-Springer spart beim Internet

Der Unternehmensbereich E-Business wird aufgelöst. Künftig werden die Online-Dienste bei den jeweiligen Wissenschafts- und Fachverlagen angesiedelt.

HB DÜSSELDORF. Die Fachverlagsgruppe Bertelsmann-Springer nimmt ihre Internet-Töchter an die kurze Leine. Der vom Vorstandsvorsitzenden Jürgen Richter verantwortete Unternehmensbereich E-Business wird aufgelöst. Künftig werden die Online-Dienste bei den jeweiligen Wissenschafts- und Fachverlagen angesiedelt. "Online ist ein Komplementärgeschäft", sagt Sprecherin Sabine Schaub. Bisher waren die Internetdienste von Bertelsmann-Springer - wie andere in der Printbranche auch - verlustreich.

Die Berliner Tochter der Bertelsmann AG fährt mit ihrer Kehrtwende eine ähnliche Strategie wie die von Klaus Eierhoff verantwortete Direct Group, in der Bertelsmanns Buchclubs, Onlinehandel und Musikgeschäft gebündelt sind. Eierhoff hatte erst vor einer Woche das Internetgeschäft neu ausgerichtet. So geht der verlustreiche Internethändler Bertelsmann Online (Bol) in die Buchclubs auf, um Geld zu sparen. Bol verliert damit seine unternehmerische Selbstständigkeit.

Konsolidierter Jahresumsatz von rund 1,33 Milliarden Mark

Bertelsmann-Springer mit einem konsolidierten Jahresumsatz von rund 1,33 Milliarden Mark (684 Millionen Euro) ist mit einer Umsatzrendite von 10 % hoch profitabel. Damit das auch so bleibt, fährt Richter für das Online-Geschäft einen klaren Sparkurs. Der einstige Chef des Axel-Springer-Verlags setzt auf das Verschmelzen von Internetaktivitäten und Printmarken. Das heißt auch, dass einige Internet-Mitarbeiter umziehen müssen. Beispielsweise wird das Internetportal Transportweb.de von Berlin nach München zum Verlag Heinrich Vogel wechseln. Das Gesundheitsportal Lifeline und der gebührenpflichtige Onlinedienst für Ärzte, Multimedica, werden zusammengeführt. Das Ziel ist klar: "Wir wollen in zwei Jahren den Break-Even für Lifeline und Multimedia erreichen", sagt Sprecherin Sabine Schaub.

Die Fachverlagsgruppe mit 70 Verlage und Niederlassungen in 18 Ländern ist 1999 entstanden. Damals kaufte die Bertelsmann Fachinformation den traditionsreichen Heidelberger Wissenschaftsverlag Springer.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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