Onlinevideotheken erwarten steigende Umsätze
Legale Filmarchive: Miese Movies

Abgehalfterte Schauspieler wie Burt Reynolds haben im Internet noch Chancen auf Publikum. Anders als in den illegalen Tauschbörsen finden Kunden in den legalen Onlinevideotheken nämlich hauptsächlich zweit- oder drittklassige Streifen wie "Commander Hamilton" und "Die Römische Kanone".

ras DÜSSELDORF. "Wir bieten Filme, die weder im Kino noch im Fernsehen laufen und eben nicht Mainstream sind", sagt Martina Fritz, Marketingvorstand der Marburger medianetCom AG, die die Onlinevideothek yourcinema.de und das Erotikportal erodrome.tv betreibt. Gegen eine Leihgebühr von fünf Euro - der Betrag orientiert sich an Videothekenpreisen - können sich Internetsurfer mit dem schnellen Zugang DSL einen Film herunterladen und 24 Stunden lang anschauen. Nach Ablauf der Leihfrist wird der Streifen verschlüsselt. Demnächst soll der 130 Filme umfassende Katalog auch für Besitzer von Modems und ISDN verfügbar sein. Was allerdings wenig Sinn macht: denn per ISDN dauert die Übertragung eines kompletten Spielfilms acht Stunden.

Neben yourcinema.de bietet in Deutschland seit Dezember 2001 auch der Eschborner Telefondienstleister Arcor ein Video-on-Demand-Portal. Im Angebot: 450 Filme, ebenfalls überwiegend zweitklassige Ware. Doch Arcor will den Katalog auf Vordermann bringen und die Zahl der abrufbaren Filme verdoppeln. "Wir erweitern und optimieren unser Filmangebot", sagt Thomas Götz, Sprecher der Geschäftsleitung von Arcor Online. So wird seit dieser Woche mit dem Film "Der Kandidat" ein renommiertes Dokumentarspiel ins Netz gestellt. Künftig kommen auch Lehrfilme ins Programm.

Arcors Qualitätsoffensive kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt für legale Onlinevideotheken in Deutschland unbedeutend ist. Die Betreiber geben zwar weder Kundenzahlen noch Kosten bekannt, rechnen aber offenbar mit einer Durststrecke. "Das ist eine strategische Investition. Das Bedürfnis nach Onlinevideotheken im Internet lässt sich nicht wegdiskutieren, und die Zeit arbeitet für uns", sagt Götz. Mit dieser Einschätzung könnte Arcor Online Recht haben. Denn nach Erkenntnissen des US-Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan werden im Jahr 2006 rund 8,5 Millionen Europäer Onlinevideotheken nutzen - fast 20-mal so viele wie heute. Der Umsatz legaler Filmarchive soll in Europa in vier Jahren gut drei Milliarden Euro betragen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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