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Onlinewerbung: Sponsoring wird immer wichtiger

Der Werbemarkt im Internet boomt weiter. Im ersten Halbjahr diesen Jahres hat die amerikanische Web-Werbeindustrie bereits so viel umgesetzt wie 1999 im gesamten Jahr. Die beliebteste Werbeform ist nach wie vor der Banner, hat Pricewaterhouse Coopers ermittelt. Immer wichtiger wird aber das Sponsoring von Inhalten und das Versenden von E-Mails.

DÜSSELDORF. "Der Banner wird nicht sterben", sagt Joachim Rabe, Vorstandsmitglied des Werbevermarkters Ad Pepper. Das Produkt sei einfach zu verkaufen, allgemein bekannt und technisch leicht herzustellen. "Man darf bei Bannern nicht nur auf Klicks schauen", sagt Arndt Groth, Vice President bei Doubleclick. Auch wenn die Bannerwerbung nicht angeklickt werde, so werde doch der Name des Unternehmens bekannt gemacht. Dennoch sind sich beide Experten einig: Der Banner werde nach und nach stärker durch andere Werbeformen ersetzt, also an Bedeutung verlieren.

Wichtigste neue Werbeform im Netz soll in Zukunft das Sponsoring von Inhalten sein, erwartet die Branche. Klassisches Beispiel: Neben dem Inhalt auf einer Webseite steht "Powered by ...". Denn auch die werbetreibende Wirtschaft hat das Internet entdeckt. Nach einer Umfrage der Bonner Agentur Sponsor Partners hat das Sponsoring von Inhalten im Netz künftig die höchsten Zuwachsraten - vor der Unterstützung von Kultur- oder Sportveranstaltungen. Diese Meinung vertreten 33 Prozent der im Frühjahr schriftlich befragten Unternehmen, 768 Fragebögen wurden ausgewertet. Zehn Prozent der befragten Firmen betreiben bereits Internetsponsoring. "Doubleclick macht 30 Prozent seines Umsatzes durch Sponsoring", sagt Vice President Groth.

Bei dieser Form der Onlinewerbung profitiert ein Unternehmen vom Image einer Webseite, der Sponsorpartner und die Webseite gehen eine Ehe ein. Doch Sponsoring hat auch Grenzen. "Die Webseite wird ihren Charakter nicht verlieren wollen", sagt Ad Pepper-Vorstand Rabe, und deshalb nur bedingt auf die Wünsche der Sponsorpartner eingehen können. Groth erkennt in der langen Bindung Probleme. "Eine Sponsoring-Aktion sollte drei bis sechs Monate laufen", sagt er, " in dieser Zeit ist man festgelegt und kann nicht so kreativ auf eine veränderte Marktsituation reagieren." Aber im Gegensatz zum Kultur- oder Sportsponsoring ließen sich im Netz mehr Informationen über Unternehmen transportieren.

Neben Sponsoring erwartet Groth vor allem, dass Streaming-Angebote und Flash-Kampagnen immer wichtiger werden. "Daran ist vor allem die Konsumgüterindustrie stark interessiert." Auch E-Mail-Aktionen würden an Bedeutung zunehmen. "Was aber nur nach vorheriger Zustimmung funktioniert", sagt Rabe. Wer also zum Beispiel auf einer Sportseite im Internet anklickt, dass er mehr Informationen über Sport wünscht, würde zum Beispiel Werbemails von Adidas bekommen.

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