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Opec behält Fördermenge bei

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich auf eine Beibehaltung ihrer derzeitigen Fördermengen geeinigt.

rtr WIEN. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich auf eine Beibehaltung ihrer derzeitigen Fördermengen geeinigt. Das bestätigte der Ölminister Katars, Abdullah al-Attiya, am Montag zum Abschluss der Konferenz der Ölminister in Wien. Zugleich bestätigte sein Amtskollege aus Saudi-Arabien, dass sich die Minister am 17. Januar zu neuen Beartungen in Wien treffen wollten. Naimi unterstrich, das Königreich sei bereit, die Ölexporte im Alleingang zu erhöhen, wenn dies erforderlich sein sollte. Er könne nicht ausschließen, dass zusätzliche Mengen an den Markt gebracht werden, bevor die Minister am 17. Januar wieder zusammentreffen. Der Ölpreis bröckelte unterdessen von seinem am Morgen erreichten Hoch deutlich über 32 $ wieder etwas ab.

Auf Fragen, ob die Opec im Rahmen ihres Preismechanismus Ende November die Förderung erneut hochfahren werde, antwortete Naimi, das Kartell benötige zunächst Zeit, um die Wirkung der vorangegangenen Fördererhöhungen zu analysieren. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Opec ihre Exporte um insgesamt 3,7 Mill. Barrel (Barrel = 159 Liter) pro Tag auf derzeit rund 29,5 Mill. Barrel täglich (bpd) gesteigert.

Der Preismechanismus der Opec sieht eine automatische Anpassung der Ölexporte um 500 000 Barrel (bpd) vor, wenn der Preis für den aus sieben Opec-Ölsorten zusammengesetzten Korb für mehr als 20 Arbeitstage den Rahmen von 22 bis 28 $ über- oder unterschreitet.

Opec-Präsident Ali Rodriguez stellte unterdessen klar, dass die Opec sich auch weiterhin an den Mechanismus gebunden sieht, auch wenn die Ölminister für eine Beibehaltung der gegenwärtigen Exportmenge votiert haben. Am Markt war dies zunächst als Abkehr vom Preismechanismus gewertet worden. Der Preis für das Barrel der marktführenden Nordsee-Sorte Brent im Dezember-Kontrakt war daraufhin bis zum Montagmorgen in der Spitze bis auf 32,30 $ geklettert. Am Vormittag wurde Brent-Öl mit 32,08 $ um sechs Cents teurer als am Freitagabend gehandelt.

Rodriguez, der zugleich Bergbau- und Energieminister Venezuelas ist, war am Sonntag von den Opec-Mitgliedern zum neuen Generalsekretär der Organisation und damit zum Nachfolger des Nigerianers Rilwanu Lukman gewählt worden. Sein Amt als Generalsekretär soll Rodriguez am 1. Januar antreten. Als Opec-Präsident folgt ihm der algerische Ölminister Chakib Khelil nach. Ein Nachfolger für das Amt des venezolanischen Bergbau- und Energieministers steht bislang nicht fest.

Rodriguez machte am Montag noch einmal deutlich, dass aus Sicht der Opec für die hohen Ölpreise die Spekulation und knappe Raffineriekapazitäten verantwortlich seien. Der Markt sei nicht unterversorgt, sondern täglich übertreffe der Angebot an Rohöl die Nachfrage um 1,4 Mill. Barrel. Die Opec müsse sich deshalb Gedanken darüber machen, ab wann sie die Förderung und den Export zurückfahren muss, um ein drastisches Absacken der Preise im zweiten Quartal des nächsten Jahres zu verhindern. Dann geht in den Industriestaaten auf der nördlichen Erdhalbkugel das Winterhalbjahr zu Ende und die Nachfrage nach Öl nimmt deutlich ab.

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