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Opec besorgt über Ölpreis - Yukos darf weiter liefern

(dpa-AFX) Hamburg - Die leichte Entspannung am internationalen Ölmarkt hat am Donnerstag die Sorge vor einem erneuten Höhenflug der Ölpreise nicht vertrieben. An den Ölbörsen in New York und London ging der Preis für Rohöl leicht zurück, nachdem die Behörden in Moskau versicherten, dass der größte russische Ölkonzern Yukos weiter sein Öl verkaufen darf. Analysten warnten, die Situation bleibe angesichts der unsicheren Versorgungslage und der starken Nachfrage vor allem aus den USA und China weiterhin angespannt. In Deutschland kostete an den Markentankstellen am Donnerstag Benzin im Durchschnitt 1,15 Euro, Super 1,17 Euro und Diesel 0,94 Euro.

(dpa-AFX) Hamburg - Die leichte Entspannung am internationalen Ölmarkt hat am Donnerstag die Sorge vor einem erneuten Höhenflug der Ölpreise nicht vertrieben. An den Ölbörsen in New York und London ging der Preis für Rohöl leicht zurück, nachdem die Behörden in Moskau versicherten, dass der größte russische Ölkonzern Yukos weiter sein Öl verkaufen darf. Analysten warnten, die Situation bleibe angesichts der unsicheren Versorgungslage und der starken Nachfrage vor allem aus den USA und China weiterhin angespannt. In Deutschland kostete an den Markentankstellen am Donnerstag Benzin im Durchschnitt 1,15 Euro, Super 1,17 Euro und Diesel 0,94 Euro.

Der indonesische Opec-Gouverneur, Maisar Rahman, sagte bei einer Tagung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Djakarta, es sei "ein Grund zur Sorge, dass die Preise steigen, obwohl es mehr als genug Öl auf dem Markt gibt und unsere Mitgliedsländer alles tun, um die Bedürfnisse des Markts zu befriedigen". Der Korbpreis für Rohöl der Opec hatte am Mittwoch mit 37,95 Dollar den höchsten Stand seit knapp 14 Jahren erreicht.

Obergrenze Erreicht

Rahman warnte nach Angaben der Opec-Nachrichtenagentur (Wien) erneut, dass die Opec-Länder an der absoluten Obergrenze ihrer Förderkapazität angekommen seien. Nach Berechnungen des internationalen Energie-Beratungsunternehmens PVM in Wien fördern die elf Opec-Staten zusammen inzwischen über 29 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich. Damit liegt die tatsächliche Fördermenge um 3,5 Millionen Barrel über der Anfang Juni festgelegten Förderquote von 25,5 Millionen Barrel.

Im elektronischen Handel der Nymex in New York kostete Rohöl zur Septemberauslieferung am Donnerstag 42,60 Dollar, 30 US-Cent weniger als am Vortag, an dem der höchste Schlusspreis seit Beginn des Rohölhandels an der Warenterminbörse vor 21 Jahren festgesetzt worden war. In London notierte das Nordseeöl der Sorte Brent zur Septemberauslieferung bei 39,10 Dollar, 43 US-Cent weniger als am Vortag.

Unruhe Wegen Yukos

Äußerungen aus dem Moskauer Justizministerium, wonach Yukos den Verkauf seines Öls einzustellen habe, hatten am Mittwoch erhebliche Unruhe auf dem Weltölmarkt ausgelöst. Die Anweisung der Gerichtsvollzieher verbiete lediglich den Verkauf von Anteilen an den drei wichtigsten Yukos-Förderbetrieben sowie die Veräußerung von Immobilien, teilte der Leiter der Gerichtsvollzugs-Abteilung im Justizministerium, Andrej Beljakow, am Donnerstag mit.

Nach den dramatischen Verlusten der Vortage schnellte der Wert der Yukos-Aktien an der Moskauer Börse ein Stunde vor Handelsschluss um 22 Prozent auf 3,50 Dollar in die Höhe.

Yukos förderte im vergangenen Jahr 591 Millionen Barrel Erdöl und exportierte drei Viertel der Produktion - 443 Millionen Barrel. Ein Drittel seiner Produktion von täglich rund 1,6 Millionen Barrel exportiert der russische Konzern. Deutschland ist der wichtigste Abnehmer für Yukos-Öl. Der Konzern ist im Verzug mit der Begleichung von Steuernachforderungen in Höhe von 99 Milliarden Rubel (2,8 Mrd Euro) für das Jahr 2000.

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