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OPEC-Präsident gegen weitere Fördererhöhungen

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich am Montag zum Auftakt eines außerordentlichen Treffens ihrer Ölminister in Wien erwartungsgemäß gegen eine weitere Erhöhung der Förderquoten ausgesprochen.

dpa WIEN. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich am Montag zum Auftakt eines außerordentlichen Treffens ihrer Ölminister in Wien erwartungsgemäß gegen eine weitere Erhöhung der Förderquoten ausgesprochen. Der venezolanische Ölminister und amtierende OPEC-Präsident Ali Rodriguez betonte zum Auftakt der offiziellen Beratungen, die OPEC habe ihre Rolle als zuverlässiger Öllieferant mehr als erfüllt.

Rodriguez machte in seiner Eröffnungsansprache die hohen Energiesteuern in den Industrieländern für die anhaltend hohen Treibstoffpreise verantwortlich. Zudem gebe es auf Grund von strengeren Umweltauflagen derzeit zu wenig Öltanker, um das Öl zu den Raffinerien in den Industrieländern zu befördern, sagte der OPEC - Präsident. Allein seit 1999 seien rund 200 veraltete Öltanker außer Dienst gestellt worden. Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl des neuen OPEC-Generalsekretärs. Als Favorit gilt Rodriguez, der den Nigerianer Rilwanu Lukmann ablösen soll.

Wegen des anhaltend hohen Ölpreises hatte die OPEC in diesem Jahr ihre tägliche Ölproduktion in mehreren Schritten um insgesamt rund zwei Mill. Barrel (je 159 Liter) erhöht. Dies hat sich jedoch kaum dämpfend auf die Preise ausgewirkt. Die OPEC hat vornehmlich internationale Spekulanten für die hohen Preise verantwortlich gemacht. Es werde genug Rohöl am Markt angeboten, lautet der Standpunkt der OPEC. Analysten halten es zudem für technisch kaum für möglich, dass die OPEC-Länder ihre Ölförderung weiter steigern könnten. So gut wie alle Kapazitäten würden bereits ausgeschöpft, heißt es.

Der Ölpreis befindet sich seit Wochen über der 30-Dollar Marke. In der Vorwoche kostete ein Barrel OPEC-Öl nach offiziellen Angaben des Kartells vom Montag im Schnitt 30,48 $ nach 30,63 $ eine Woche zuvor. Die OPEC strebt einen Ölpreis zwischen 22 und 28 $ an. Anfang 1999 hatte der Ölpreis noch unter zehn $ gelegen, als Folge von Förderkürzungen der OPEC hat er sich seitdem verdreifacht.

Das Treffen der Ölminister hätte ursprünglich am Sonntag am OPEC - Sitz in Wien stattfinden sollen. Wegen der Katastrophe auf dem Kitzsteinhorn mit mehr als 150 Toten wurde es jedoch um einen Tag auf Montag verlegt. Rodriguez kondolierte zum Auftakt des Treffens der österreichischen Regierung und den Angehörigen der Opfer.

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