OPEC-Preisband durchbrochen
Kriegsangst treibt Ölpreis

Angesichts der wachsenden Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Irak ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) aus dem von der Organisation gewünschten 22/28-USD-Preisband ausgebrochen.

dpa/vwd/HB WIEN. Am Montag legte er auf 28,28 US-Dollar (USD) pro Barrel zu. Dies entspreche einem Aufschlag von 0,68 USD gegenüber Freitag, teilte die OPEC in Wien mit. Das Kartell will den Ölpreis zwischen 22 und 28 USD halten. Falls der Preis dieses Band 20 Tage lang überschreitet, soll die Fördermenge erhöht werden. In der vergangenen Woche scheute das Kartell noch diesen Schritt. OPEC-Funktionäre hatten aber angedeutet, dass die Organisation ein starkes Ansteigen der Preise vor dem Hintergrund der Angst vor einem Krieg im Irak verhindern will. Mit 21,7 Millionen Barrel am Tag fördern die OPEC-Staaten bereits jetzt rund eine Million Barrel pro Tag mehr als vereinbart.

Diese Kriegsangst treibt den Ölpreis auch auf anderen Märkten weiter nach oben. Am Londoner Markt stiegen die Notierungen für die Nordsee-Sorte Brent um 52 Cent auf 29,65 US- Dollar je Barrel (159 Liter). In den USA haben einzelne Ölsorten bereits die Marke von 30 Dollar je Barrel durchbrochen.

Experten befürchten, dass angesichts des nahenden Winters die Preise noch weiter steigen könnten. Einen Preis jenseits der 40 Dollar-Marke für ein Barrel Rohöl hält beispielsweise der Ölexperte Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) für möglich. Je näher ein möglicher Krieg rücke, desto höher steige der Ölpreis. Auch zum Beginn von Kampfhandlungen sei nochmals mit einem Preisschub zu rechnen.

Auch für den Verbraucher in Deutschland hat sich das seit Wochen relativ hohe Preisniveau der Ölmärkte bereits ausgewirkt. Der Benzinpreis liegt um gut vier Cent je Liter höher als im Durchschnitt der Sommermonate, allerdings noch unter seinem Jahreshoch von 1,11 Euro je Liter Superbenzin im April.

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