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Opec steigert Öl-Fördermenge voraussichtlich nicht

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird die Fördermenge bei ihrem Ministertreffen am Dienstag und Mittwoch in Wien voraussichtlich nicht erhöhen und wahrscheinlich erst in rund einem Monat auf einen Öl-Exportstopp Iraks reagieren.

rtr WIEN. Diskutiert wird nach Angaben aus Opec-Kreisen über ein Sondertreffen der Organisation im Juli. "Die Opec und der Markt brauchen Zeit, um zu bewerten, ob die Entscheidung Iraks eine Krise zur Folge hat", sagte der Ölminister Katars Abdullah al-Attiyah. Die Ölminister der Opec werden nach Einschätzung von Opec-Präsident Chakib Khelil keine Erhöhung der Öl-Fördermengen beschließen. Die Opec wird ihre Entscheidung voraussichtlich am Mittwoch bekannt geben.

Der Irak hatte seine Ölexporte am Montag aus Protest dagegen ausgesetzt, dass der Uno-Sicherheitsrat das Programm "Öl für Lebensmittel" am Freitag nur um 30 Tage statt der sonst üblichen sechs Monate verlängert hatte. Bislang hat der Irak im Rahmen des UNO-Programms 2,1 Mill. Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) am Tag exportiert. Das entspricht knapp fünf Prozent der weltweiten Ölexporte. Die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates hatten sich auf die einmonatige Verlängerung verständigt, um in der Zwischenzeit über mögliche Änderungen der Sanktionspolitik zu beraten. Die Sanktionen gegen den Irak waren nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait 1990 verhängt worden.

"Ein Sondertreffen wird diskutiert"

Auf die Frage, ob die Öl-Förderung gesteigert werde, antwortete Opec-Präsident Khelil: "Ich denke nicht." Zuvor hatte ein Opec-Delegierter gesagt, der Opec-Marktüberwachungsausschuss (MMC) werde den am Nachmittag tagenden Ministern raten, die aktuellen Fördermengen beizubehalten. Aus Opec-nahen Kreisen hieß es: "Ein Sondertreffen ist auf dem Tisch und wird diskutiert." Zum möglichen Zeitpunkt für ein solches Treffen hieß es in den Kreisen: "Irgendwann im Juli." Das nächste reguläre Opec-Treffen ist für September vorgesehen.

Der saudiarabische Ölminister Ali al-Naimi sagte, es müsse gehandelt werde, wenn der Irak einen Monat lang bei seinem Ausfuhrstopp bleibe. "Irak wird mitberücksichtigt. Ich versichere Ihnen, es wird keine Engpässe geben", sagte er Journalisten. "Wir kennen Iraks Spielplan nicht. Wird das einen Tag, eine Woche einen Monat dauern?" fügte Naimi hinzu. Der Irak plant nach den Worten seines Opec-Vertreters Taha Humud Musa, den Exportstopp bis Anfang Juli aufrechtzuerhalten. "60 Mill. Barrel weniger am Markt wären ein Engpass", sagte Naimi mit Blick auf die Menge, die Irak dem Markt im Verlauf eines Monat entziehen würde.

Im Vorfeld der Opec-Konferenz hatten sich die Mitglieder des Kartells wiederholt dafür ausgesprochen, die gegenwärtigen Fördermengen beizubehalten. Die Organisation hatte im laufenden Jahr die Produktion um 2,5 Mill. Barrel täglich (bpd) reduziert, um den Barrel-Preis für Opec-Öl nahe 25 Dollar zu stabilisieren. Der Preis für die führende Nordsee-Sorte Brent zur Auslieferung im Juli gab am Dienstagnachmittag am Londoner Warenterminmarkt International Petroleum Exchange (IPE) elf Cent auf 29,15 Dollar nach.

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