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OPEC wird Ölförderung drosseln

Die Ölförderung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird nach Angaben der Regierung in Kuwait um mindestens fünf Prozent oder 1,5 Mill. Barrel täglich gekürzt.

dpa KUWAIT/HAMBURG. Das versicherte der Ölminister des arabischen Staates, Scheich Saud Nasser al Saba, am Sonntag einer kuwaitischen Zeitung. Die Kürzung soll voraussichtlich ab 1. Februar gelten. Kurz vor dem Besuch des US-Energieministers Bill Richardson sagte der Ölminister, an der vereinbarten Kürzung werde sich nichts ändern. Auf einer Rundreise durch mehrere Ölstaaten versucht Richardson derzeit, eine zu starke Reduzierung der Fördermengen zu verhindern.

Die Ölminister der OPEC wollen am Mittwoch in Wien über die Fördermenge entscheiden. Das Ölkartell hatte im vergangenen Jahr die Produktion vier Mal um insgesamt 3,72 Mill. Barrel (159 Liter) täglich heraufgefahren, um die Preise zu senken. Der Preis war seinerzeit bis auf 35 $ je Barrel gestiegen. Die Rohölpreise haben in Erwartung der Förderkürzung wieder angezogen. Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Freitagvormittag in London mit 25,84 $ 23 Cents mehr als am Vortag. OPEC-Öl kostete im Schnitt in der Woche zuvor 22,84 $. Die OPEC strebt eine Bandbreite von 22 bis 28 $ an.

In Saudi-Arabien hatte Richardson am Samstag gesagt, er hoffe, dass die OPEC nur eine "begrenzte" Kürzung vornehmen werde. Eine Zusage dafür erhielt er in Riad aber nicht, wie er der Presse sagte. Jede drastische Drosselung würde nach seiner Auffassung auf die Weltwirtschaft und die Stabilität des Ölmarkts negative Auswirkungen haben. Ein Preis von 25 $ je Barrel wäre ein akzeptabler Durchschnitt für Produzenten wie Verbraucher, urteilte er.

Der Chef der Deutschen Shell, Pieter Berkhout, erwartet in diesem Jahr stark schwankende Öl- und Benzinpreise. Der Tageszeitung "Die Welt" sagte Berkhout, im Jahresdurchschnitt rechne er mit einem Ölpreis von 25 $ je Barrel. Eingriffe in die Ölförderung wirkten sich nur zeitversetzt auf die Preise aus. Außerdem könne es passieren, dass die Drosselung keinen Effekt auf den Preis habe. Aktuell entwickele sich die Nachfrage nach Ölprodukten nicht so stark, wie noch vor Wochen angenommen, sagte Berkhout. Der aktuelle Preiskampf an den Tankstellen habe die Situation für die Mineralölwirtschaft nach einer kurzen Erholung im Dezember wieder verschlechtert. Für die Branche gehe es darum, die Talfahrt rasch zu stoppen, um nicht wie im vergangenen Jahr Verluste im Tankstellengeschäft von etwa einer Milliarde DM verbuchen zu müssen.

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