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Opel-Betriebsrat erwartet GM-Unterstützung - Irritationen in Bochum

Bei der Sanierung des Autobauers Opel rechnet der Betriebsrat fest mit der Unterstützung des Mutterkonzerns General Motors Co. (GM) . "Ich gehe davon aus, dass der GM- Verwaltungsrat dem ausgehandelten Paket zustimmt", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz am Mittwoch der dpa.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Bei der Sanierung des Autobauers Opel rechnet der Betriebsrat fest mit der Unterstützung des Mutterkonzerns General Motors Co. (GM) . "Ich gehe davon aus, dass der GM - Verwaltungsrat dem ausgehandelten Paket zustimmt", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz am Mittwoch der dpa. "Es ist die Basis für die Zukunft, die Basis für alles." Der Vorschlag sieht Abfindungen und die Gründung von Besch äftigungsgesellschaften für 10 000 Opel-Mitarbeiter vor. Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstag in Detroit getagt, will seine Entscheidung aber erst am Donnerstag bekannt geben.

"Wenn wir diese Vorschläge umsetzen können, dann haben wir das Mögliche getan und betriebsbedingte Kündigungen vermieden", sagte Franz, der für den Gesamtbetriebsrat seit knapp zwei Monaten mit dem Management über eine Lösung verhandelt hatte.

Stimmung IN Bochum Gespannt

Im Bochumer Opelwerk wollen die Betriebsräte am Donnerstag während der Frühschicht die Vertrauensleute und die Belegschaft informieren. Die Stimmung ist im Bochumer Werk gespannt. Die Ungewissheit darüber, was die Konzernmutter zu den Auffanggesellschaften entschieden hat, zwingt die 9 600 Mitarbeiter starke Belegschaft zum Abwarten. Ob es bei einer Weigerung von GM wieder zum Streik kommt, ist ungewiss. "Das wird aus dem Bau heraus kommen", sagte ein Vertrauensmann. "Einige werden dann wohl spontan den Hammer fallen lassen."

Überrascht äußerten sich der Arbeitnehmervertreter über die Ankündigung von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, die später bei Opel in Deutschland verbleibenden 20 000 Mitarbeiter wären zu Zugeständnissen bereit, wie zum Beispiel zum Verzicht auf einen Großteil ihrer übertariflichen Leistungen. "Da hat uns keiner gefragt", hieß es.

Irritationen IN DER Belegschaft

Auch die jüngste Aussage von Europa-Chef Carl-Peter Forster habe in der Belegschaft zu Irritationen geführt. "Das neben den 500 Mill. Euro noch deutlich mehr gespart werden soll, ist uns auch neu. Worüber haben die eigentlich wochenlang verhandelt?" sagte der Vertrauensmann. GM will bei der verlustreichen Tochter Opel 10 000 Stellen streichen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Der Gesamtbetriebsrat will am Nachmittag auf einer Sitzung dem Kompromiss zustimmen und am Donnerstag die Belegschaft informieren.

Wie viele Mitarbeiter Abfindungen erhalten und wie viele in die Qualifizierungsgesellschaften wechseln müssen, konnte Franz nicht sagen. "Wir lassen uns da nicht auf Zahlen festlegen, das wird noch verhandelt." Laut Medienberichten sollen 7 500 Beschäftigte für Umschulungsmaßnahmen bis zu zwei Jahre lang rund 95 Prozent ihres Lohns erhalten.

BR Erwartet Keine Streiks

Der Betriebsrat erwartet keine Streiks, schließt sie aber auch nicht aus. "Nichts Genaues weiß man nicht", sagte Franz. "Die Beschäftigten müssen genau informiert werden. Wenn ein Streik notwendig ist, wird er kommen." Mitte Oktober hatten die Mitarbeiter des Opel-Werkes in Bochum aus Protest gegen die GM-Sparpläne sieben Tage lang in einem wilden Streik die Arbeit niedergelegt.

Der erreichte Kompromiss stellt laut Franz nur eine Teillösung dar. "Jetzt stehen weitere Fragen an. Wir fordern eine Standortsicherung für die Opel-Werke und eine Bestandsgarantie für die Arbeitsplätze bis 2010." Dazu seien die verbleibenden 20 000 Mitarbeiter zu Zugeständnissen bereit, wie zum Beispiel zum Verzicht auf einen Großteil ihrer übertariflichen Leistungen.

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