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Opel-Betriebsrat rechnet noch nicht mit Lösung

Der Opel-Betriebsrat rechnet trotz Fortschritten in den Sanierungsverhandlungen nicht mit einem schnellen Ergebnis, will aber auf erneute Warnstreiks verzichten.

dpa RÜSSELSHEIM. Der Opel-Betriebsrat rechnet trotz Fortschritten in den Sanierungsverhandlungen nicht mit einem schnellen Ergebnis, will aber auf erneute Warnstreiks verzichten.

"Ich gehe davon aus, dass wir auf gar keinen Fall innerhalb der nächsten zwei Wochen fertig sein werden. Dafür ist das Verhandlungspaket zu kompliziert", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, der "Welt am Sonntag". Franz hatte am Freitagabend einen Zeitungsbericht dementiert, wonach erneute Arbeitsniederlegungen bei Opel zu erwarten seien. "Von Warnstreiks kann keine Rede sein", sagte der 52-Jährige der dpa.

Die Betriebsräte des Autokonzerns und der Opel-Koordinierungskreis der IG Metall hatten Ende der Woche in Kaiserslautern über das weitere Vorgehen beraten. Die Arbeitnehmervertreter bieten an, das derzeitige Arbeitszeitkorridor-Modell im Werk Rüsselsheim von 32 bis 38,75 Stunden auf 30 bis 40 Stunden pro Woche zu erweitern und gegebenenfalls auf andere Standorte auszudehnen. Außerdem sind sie zu Zugeständnissen bei den übertariflichen Leistungen bereit. Für einen Zukunftsvertrag sei aber auch die Entscheidung über den künftigen Produktionsstandort der Mittelklasse Voraussetzung, sagte Franz der "Welt am Sonntag". Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will darüber nach den bisherigen Angaben erst Anfang 2005 das letzte Wort sprechen.

GM plant, bei seinen europäischen Töchtern Opel, Saab und Vauxhall bis zu 12 000 von 63 000 Arbeitsplätzen zu streichen und die Fertigung der Mittelklasse (Opel Vectra, Saab 9-3) künftig entweder in Rüsselsheim oder im schwedischen Saab-Werk Trollhättan anzusiedeln. Die Arbeitnehmer fordern den Erhalt aller Werke und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Franz lobte die Zusammenarbeit mit Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). "Wir stehen in engem Kontakt - ein ganz hervorragender kurzer Draht", sagte der Betriebsrat. Dies gelte auch für die Verbindung ins Kanzleramt. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zeigte sich trotz Zusagen der schwedischen Regierung zuversichtlich, dass Rüsselsheim im Wettkampf der Standorte die Nase vorn hat. "In Schweden können gar nicht so viele Straßen gebaut werden, dass Trollhättan so zentral liegt wie Rüsselsheim", sagte Koch der Zeitung.

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