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Opel-Betriebsrat schlägt Integration aller Europa-Töchter vor

Der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers Opel hat dem Mutterkonzern General Motors ein völlig neuartiges Unternehmensmodell vorgeschlagen.

dpa RÜSSELSHEIM. Der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers Opel hat dem Mutterkonzern General Motors ein völlig neuartiges Unternehmensmodell vorgeschlagen.

Es werde diskutiert, die Europa-Holding von General Motors (GM) in Zürich in eine Europäische Aktiengesellschaft umgewandelt werden, sagte der Opel - Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der "Welt am Sonntag".

Franz sagte dpa dazu, es sei zeitgemäß, die rund 100 Tochtergesellschaften von GM in Europa zusammenzufassen. Dies spare eine Menge Bürokratie. Die Marke Opel und das Unternehmen müssten europäisiert werden. Bislang gebe es in den einzelnen Tochterunternehmen zu viele Mehrfachfunktionen, was Personal, Finanzen, Marketing oder auch Produktplanung angehe. "Da gibt es ein enormes Potenzial, um Kosten einzusparen". Durch die Europa-Zentrale in Zürich sei "irrsinnig viel Bürokratie" entstanden. "Zürich ist fernab vom operativen Geschäft", betonte der Betriebsratsvorsitzende.

Es gehe ihm um eine schlanke Organisation, sagte Franz. Alle Unternehmensstrukturen müssten untersucht werden, um zu sparen. Der Betriebsratschef sagte, er habe GM einen entsprechenden Vorschlag vor einigen Wochen unterbreitet. "GM hat nicht abgelehnt. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne." Wichtig sei ihm, dass die Arbeitnehmer dabei auch eine Gestaltungsfunktion behielten. "Die Arbeitnehmer sind nicht die natürlichen Feinde von General Motors."

Franz sagte, es gebe bereits einen freiwilligen europäischen Wirtschaftsausschuss. Darin diskutierten vier Arbeitnehmervertreter der europäischen GM-Unternehmen - einer vom schwedischen Hersteller Saab, einer von der britischen Vauxhall und zwei von Opel - mit GM - Europachef Fritz Henderson und Vize Carl-Peter Forster über Unternehmensstrukturen.

Bislang werden die rund 100 Tochtergesellschaften von GM in Europa als Einzelunternehmen mit unterschiedlichen Rechtsformen geführt. Eine Umstrukturierung macht nach dem Bericht der "Welt am Sonntag" eine Verordnung der Europäischen Union möglich, die vor wenigen Tagen in Kraft getreten ist. Damit erhalten Unternehmen die Möglichkeit, sich über nationale Grenzen hinweg nach prinzipiell einheitlichen Regeln zu organisieren und zusammenzuschließen.

Die Verhandlungen über den am 14. Oktober von GM vorgestellten Krisenplan gehen laut Franz weiter. "Wir sind mitten in einem Verhandlungsmarathon." GM will in Europa in den kommenden zwei Jahren 12 000 Stellen streichen, 10 000 davon in Deutschland. Im "Spiegel" sagte Henderson, das Sanierungsprogramm könne ohne Werksschließungen realisiert werden. Langfristig könne er aber Schließungen von Betrieben nicht ausschließen. Wenn es um die Planung neuer Fabrikate gehe, "müssen wir klären, wo deren Produktion sinnvoll konzentriert werden kann. Aber das steht erst 2008 an."

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